Über die Serpentinen der Anden…

Eigentlich habe ich mir die Fahrten per Bus durch die Anden etwas lustiger vorgestellt, aber erstmal von Anfang an:

Von Tupiza wollte ich nach Tarija reisen und das möglichst tagsüber, da ich viele schlechte Geschichten über die Strecke gehört habe, was den Zustand der Busse, der Straße und die Nüchternheit der Fahrer angeht. Nur leider gibt es von Tupiza aus keinen direkten Nachtbus.
Also entschied ich mich für den Umweg über Villazón, denn dort sollte ein Bus vormittags gen Tarija abfahren.
In Villazón angekommen, musste ich festellen, dass die einzige Tagesverbdinugn zwischen den beiden Städten gestrichen wurde, also 11 Stunden warten bis zur Abfahrt des Nachtbusses. Und es wurde noch besser: Ab 11 Uhr mittags wurde der Busbahnhof für diverse Feierlichkeiten geschlossen, was den Fahrern wenig ausmachte, wurden sie doch auf reichlich Getränke eingeladen.

Gegen 17 Uhr öfnete der Busbahnhof wieder und ich machte mich im Umkreis auf Erkundungstour um die Busse meiner Busgesellschaft unter die Lupe zu nehmen. Was ich sah, stimmte mich freudig, stand dort dorch ein nagelneuer, glänzender Bus mit allem drum und dran.
Die Ernüchterung folgte dann natürlich sofort beim Einsteigen: Einer der fiesesten und abgerocktesten Busse, die ich je gesehen habe, mit undichten Scheiben, kaputten Ladeklappen und abgefahrenen Reifen. Aber was solls, irgendwann will ich ja mal ankommen.

Die Straße oder besser gesagt, die Schotterpiste hatte es in sich. Bei Dunkelheit ging es die engen Serpentinen erst von 3500m abwärts auf ca. 2600m, dann wieder hinauf auf über 4000m, bis der Weg letzlich auf unter 1900m über dem Meeresspiegel hinabführte. Dabei hatte man auf der einen Seite, wenige Zentimeter neben dem Bus, fast immer den Abhang. Beim Anblick der ersten kreuze am Wegesrand überlegte ich, ob jetzt nicht der passende Zeitpunkt gekommen wäre, soetwas wie Reiseübelkeit zu entwickeln, aber nach ein paar Stunden ist man des Gruselns einfach müde und versucht bei der Eiseskälte im zugigen Bus einfach ein Auge zuzumachen.

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