Trinidad

Heute soll es nach Trinidad gehen. Eigentlich ist es ein Katzensprung in das Örtchen, das dieses Jahr sein 500-jähriges Bestehen feiert. Da wir allerdings einen kleinen Umweg nehmen und insgesamt 3 kaputte Reifen feststellen müssen, dauert die Fahrt erheblich länger als erwartet. Dafür erleben wir die tolle Landschaft der Sierra del 20140508_104743Escambray.
In Trinidad angekommen steht der Beschluss fest, dass Uwe und ich erst mal gentrennte Wege gehen werden. Wir sind halt doch sehr unterschiedliche Reisetypen und ich finde es ist besser, man trennt sich, bevor der große Knall kommt und man nicht mehr miteinander reden kann.

Trinidad selbst ist eher beschaulich, ein kleines Nest, dem man die 52.000 Einwohner kaum anmerkt, dafür machen sich die Horden an Touristen und die Schlepper, die es auf jene abgesehen haben deutlich bemerkbar: Ganze Heerscharen schleusen sich durch die verwinkelten Gassen der Stadt und halten jede Ecke auf den digitalen Spiegelreflexkameras fest. Aber wir sind ja auch nicht besser 🙂
Dennoch beschließe ich schon am Morgen abzureisen und gehe zum Auto: Oh ein platter Reifen, sowas kenn ich ja noch gar nicht. Aber diesmal sind wir ja im Ort und nicht völlig alleine. Für 20 CUC werden Reifen + Ersatzreifen repariert und es kann losgehen nach Camagüey.

3 Stunden und eine ereignislose Fahrt (das kam mir gerade recht und außerdem bekam ich von einer Anhalterin 3 Mangos geschenkt) erreichte ich also den Ortseingang von Camagüey. Schon am Stadtrand warteten sie auf mich: Schlepper auf Fahrrädern, dabei wurde ich schon vorgewarnt und unser Host in Trinidad hat mir auch eine Empfehlung für eine nette Casa gegeben. 20 Minuten dauerte das Spiel, bis ich die Schlepper endlich los wurde. Fahren im Stadtverkehr, anhalten, rauchen, fahren, anhalten, rauchen, dann endlich wurde es den Jineteros zu viel und sie ließen mich endlich unbehelligt bis zu meinem Ziel. Dort angekommen empfing mich die Wirtin der kleinen Casa (nur 1 Zimmer, das ist dafür aber riesig) mit einem Kaffee und bot mir sogar Abendessen an, ein Angebot, das ich bereitwillig annahm.