Motorrad fahren in Südostasien

Dies soll ein Erfahrungsbericht sein und gleichzeitig vielleicht eine kleine Hilfe für Reisende, die planen Ähnliches zu tun.

Vor zweieinhalb Monaten kam ich in Bangkok an und hatte noch keinerlei Vorstellung von dem, was dann passieren sollte. Durch Zufall las ich eine Verkaufsanzeige für ein TukTuk und nun, zwei Monate später bin ich um viele tolle Erfahrungen reicher. Auf zwei Rädern ging es durch Kambodscha, Vietnam und Laos und es war großartig!

Vieles würde ich rückblickend aber anders machen, daher versuche ich meine Eindrücke erstmal weiter zu geben.

1. Grundvoraussetzungen, die ihr mitbringen solltet

  • Freude am Fahren
  • Durchhaltewillen auch bei Schwierigkeiten nicht aufzugeben
  • Eine gehörige Portion Mut für den Straßenverkehr

2. Das Material, das ihr braucht

  • Ein Zweirrad, nehmt eine Honda Win mit vietnamiesischem Nummernschild, eigentlich kein Motorrad, sondern ein Moped, aber es hat sich bewährt. Kein Roller, kein chinesisches Imitat
  • Ein Smartphone mit GPS und Offline Kartenmaterial (OSMAnd+)
  • Ein kleiner Werkzeugkasten
  • Ein Helm
  • Ein Verbandskasten (sicher ist sicher)
  • Ein Gepäckträger fürs Motorrad
  • Kabelbinder und Spanngurte
  • Einen Regenschutz für den Rucksack

Honda Win 100 mit Gepäck

3. Genaueres zur Honda Win bzw. zum Kauf

Ich empfehle die Honda Win 100, weil ich sie fuhr und dabei super Erfahrungen damit gemacht habe. Jede Maschine ist ein wenig anders und jede hat ihre Macken, dafür sind sie praktisch unzerstörbar und hält den gesamten Trip durch. In Vietnam kann man die Maschine für 250 US$ ohne Probleme kaufen, in Laos ist sie günstiger zu haben, aber dazu später mehr.
Beim Kauf solltet ihr darauf achten, dass ihr euch mit der Maschine wohl fühlt, macht euch bei einer ausgiebigen Probefahrt mit dem Motorrad vertraut, lasst euch alles erklären, achtet auf die Gangschaltung.
Meiner Erfahrung nach ist die Gangschaltung der Knackpunkt, funktioniert sie gut, steht einem tollen Erlebnis praktisch nichts mehr im Wege. Dabei ist zu beachten, dass es 2 Versionen der Schaltung bei der Honda Win gibt:

  1. Normale Schaltung, Kupplung, Leerlauf zwischen 1. und 2. Gang, Man kann hoch und runter schalten
  2. Round Gear Box, dabei kann man praktisch im Kreis schalten: 1,2,3,4,Leerlauf,1,2,… (und natürlich auch rückwärts).

Bisher habe ich es auch so erlebt, dass man bei der Round Gear Box in unterschiedlicher Richtung schaltet. Was also bei der normalen Schaltung hoch schaltet, schaltet bei der Round Gear Box runter. Beides hat vor und Nachteile, es ist eine Gewöhnungssache.

Gute Maschinen des Typs fahren 90-95 km/h, das ist aber nicht so wichtig, weil ihr eh kaum dazu kommen werdet, sie auszufahren.
Wenn Ihr ein Motorrad kauft, achtet auf die Papiere. Zu jedem Motorrad gehört eine Bluecard, das ist so etwas wie der Fahrzeugschein, der Name der drin steht ist egal, ist meist der erste Halter.

4. Verkehr und Verkehrssicherheit
Ich möchte zuerst auf die Verkehrssicherheit des Motorrads eingehen. Dabei sind solche Extras wie funktionierende Blinker, Tacho oder gar Tankanzeige meiner Menung zu vernachlässigen, sowas hat eh nur jeder zweite in Südostasien am Rad. Entscheidend sind eine gute Bremse, eine Hupe (Vietnam) und ein klarer Kopf!

Vorausschauendes Fahrend ist das A&O, wenn man in Südostasien fährt. Prinzipiell müsst ihr jederzeit mit allen vorstellbaren Ereignissen im Straßenverkehr rechnen: Tiere auf der Fahrbahn, Gegenverkehr auf eurer Spur, plötzlich auftauchende Fahzeuge aus Seitenstraßen oder Parklücken. Ich habe sehr fiese Unfälle gesehen und daher kann ich nur zur Vorsicht mahnen.

Fahren bei Dunkelheit sollte man um unbedingt vermeiden. Vielleicht habt ihr ein funktionierendes Licht, der euch entgegenkommende Fahrer aber vielleicht nicht. Und der Wasserbüffel, der quer auf der Straße steht ganz bestimmt nicht! Außerdem könnt ihr bei Dunkelheit die Schlaglöcher viel zu spät sehen.

5. Tanken und Wartung
Eine Tankfüllung kostet prinzipiell immer unter 5 Euro (Stand Juni 2015). Manchmal ist sie viel günstiger, manchmal nur knapp darunter. Damit kommt ihr 150 – 200 km weit, ich hab noch keinen Tank komplett leer gemacht.

Alle 500 km ist ein Ölwechsel fällig, der kostet auch maximal 5 Euro und kann (siehe Werkzeug) auch von Euch selbst durchgeführt werden, aber bitte entsorgt das Altöl ordentlich.

Ansonsten werdet ihr immer mal wieder eine Werkstatt aufsuchen, denn kleinere Macken tauchen immer mal wieder auf. Aber keine Sorge, die Mechnaiker in Südostasien verstehen ihr Handwerk, arbeiten für sehr wenig Geld und eine Honda Win hält vieles aus.

Eine Honda Win beim Mechaniker

6. Konkrete Tipps aus meinen Erfahrungen

  • Fangt in Vientiane (Laos) an! Dort sind die Maschinen günstig. Viele Traveller verkaufen ihre Maschinen dort. Es gibt Inserate im Internet und vor Ort. Der beste Ort scheint das Dream Hostel (1&2) zu sein. Als ich dort war, wurden mindestens 5 Maschinen verkauft, eine ging für 100 Dollar weg, ich habe meine für 180 Dollar gekauft.
  • Kauft nicht das erstbeste Bike, sondern das passende.
  • Ein weiterer Pluspunkt für Laos ist der Verkehr. Die Leute fahren sehr rücksichtsvoll, es sind nicht zu viele Autos unterwegs und die Straße (Nationalstraße 13) nach Süden (Kambodscha) ist sehr gut ausgebaut.
  • In Kambodscha werden die Straßen schlechter und der Verkehr etwas verrückter. Vietnam ist dann die Königsklasse: Schnelle Autos, rasende LKWs und Fahrer, die an Wiedergeburt glauben, gepaart mit unendlich vielen Baustellen.
  • Nehmt Euch Zeit zum üben! Tagsüber ist das Gelände des Nightmarket direkt am Mekong in Vientiane leer und ideal zum üben.
  • Nehmt euch nicht zu viel vor. 150 km für eine Etappe sind anfangs genug. 300 km sind das Tagesmaximum, das merkt ihr dann auch am Hintern!
  • Fahrt zu zweit oder in einer Gruppe, das macht noch mehr Spaß!
  • Mit einem Motorrad aus Vietnam kommt man problemlos nach Kambodscha und Laos und wieder zurück.
  • Lasst immer mal wieder einen Mechaniker einen Blick auf das Motorbike werfen
  • Keine Angst vor dem Stadtverkehr in Ho Chi Minh City (Saigon), die kochen auch nur mit Wasser
  • In Vietnam kann man das Motorrad problemlos in den Zug verladen lassen, min. 1 Tag vor Abfahrt buchen

2 Honda Win auf einem Floss über den Mekong

7. Ein konkreter Routenvorschlag (ca. 3 Monate)
Ich bin die Strecke nicht komplett gefahren, aber große Teile davon. Man kommt an vielen Sehenswürdigkeiten vorbei und kann grandiose Landschaften genießen. Ich nenne nicht alle Haltepunkte, nur die grobe Richtung:

Vientiane (Laos) – Pakse – Siem Reap (Kambodscha) – Battambang – Phnom Penh – SIhanoukville – Ha Tien (Vietnam) – Can Tho – Ho Chi Minh City – Mui Ne – Da Lat – Da Nang – Hue – Hanoi – Ha Long Bay – SaPa – Sam Nuea (Laos) – Luang Prabang – Vientiane

8. Pro & Contra
Pro:

  • Freie Streckenwahl
  • Freie Zeiteinteilung
  • Fahrspaß
  • Kommunikation mit Einheimischen

Contra:

  • Es ist anstrengend
  • manchmal gefährlich
  • kurze Etappen

9. Fazit:
Ihr werdet durch Orte kommen, wo bisher kein Tourist halt gemacht hat. Ihr werdet euch mit Händen und Füßen verständigen müssen. Ihr werdet über verrückte Autofahrer fluchen und in gefährliche Situationen geraten. Ihr werdet im Regen so richtig nass werden und jeder einzelne Tropfen tut weh. Dafür werdet ihr freundlich begrüßt, einigen Respekt der Einheimischen ernten und eine wundervolle Landschaft genießen können. Und dabei könnt ihr an jedem Punkt eurer Reise einen Zwischenstopp einlegen oder die Route spontan verändern. Ihr müsst vor Ort keinen Roller mehr mieten, ihr seid bereits mobil, mit einem Gefährt, mit dem ihr vertraut seid. Alles in allem lohnt sich das Ganze! Gute Fahrt!

Brücke über den Mekong bei Pakse (Laos)

Mit dem TukTuk durch Kambodscha und Südvietnam

Nun ist es offiziell, die mehr als dreiwöchige Reise mit Motorrad und angehängtem TukTuk von Battambang über Phnom Penh und Ho-Chi-Minh-City ist nach mehr als 1.700 gefahrenen Kilometern vorbei.

tuktukfahrtObwohl ich schon Kambodscha anderes vermutete, hat es uns nicht im Stich gelassen, sondern die bevorstehende Strecke bis nach Hanoi ist einfach zu weit um sie mit dem Gefährt in einem angemessenen Zeitrahmen zu realisieren.

Dafür hat es uns in den letzten 3 Wochen meist schöne Momente beschert: Die Unabhängikeit immer und überall die Route anpassen oder unterbrechen zu können. Die Gespräche mit den staundenden Einheimischen oder auch nur das Gegrinse der anderen Fahrer auf den Straßen. Egal ob in Vietnam oder in Kambodscha.

Doch auch so manchen Frust hat das Moped beschehrt. Ständig abspringende Ketten, auslaufendes Öl, verbogene Ständer und und und…

Zeit für ein Fazit über den Verkehr in den beiden Ländern:

Der Verkehr in Vietnam ist einfach mörderisch! Schon bei der ersten Etappe im Land bekamen wir den ersten Toten zu sehen. Und viele brenzlige Situationen, ob mit Autos, Bussen oder LKWs verdeutlichten den Eindruck. In Vietnam wird gefahren und das schnell. Leider wird auch nicht wirklich geguckt, wo man hinfährt und das wichtigste Teil am Fahrzeug ist die Hupe (unser Moped hatte keine). So kommt einem dann auf der Autobahn gerne mal ein LKW entgegen oder beide Spuren des Gegenverkehrs werden zum Überholen genutzt. Generell gilt das Recht des Stärkeren. So ist es dann auch kaum verwunderlich, dass ich einige mal das Steuer verreißen musste und das TukTuk in die Böschung gelenkt habe, um den Frontalzusammenstoß mit dem überholenden Gegenverkehr zu vermeiden.

Und in Kambodscha? In Kambodscha ist der Verkehr etwas angenehmer. Das liegt aber keinesfalls an der etwas größeren Rücksicht der dortigen Fahrer, sondern vor allem an den niedrigeren Geschwindigkeiten. Dadurch dass einfach weniger Autos und vor allem langsamere LKWs auf den Straßen unterwegs sind, ist der Verkehr etwas behäbiger und berechenbarer.

Morgen geht es mit dem TukTuk noch zum Bahnhof und die weitere Strecke wird mit der Bahn absolviert. Das ist dann auch um einiges sicherer. Es war eine schöne Zeit!

Hier noch ein Abschiedsfoto:

Einreise nach Vietnam über Ha Tien nach Can Tho

Eigentlich war für die Einreise nach Vietnam alles vorbereitet: Ein Visum, ein vietnamiesisches Motorbike und Schmiergeld in der Tasche. Das sollte genügen.

Die Fahrt zur Grenze verlief überraschend problemlos. Zwar wurde ich noch in Sihanoukville von der Polizei angehalten, doch nach einer kurzen Kontrolle wurde ich nur auf das angeschaltete Licht aufmerksam gemacht (macht man in Kambodscha auch mit dem Motorrad nicht) und dann ging es weiter. 150 km bis nach Ha Tien.

Nach etwa 4 Stunden ereignisloser Fahrt, inklsuive Mittagessen erreichten wir dann die Grenze und verließen Kambodscha. Doch dann saßen wir im Niemandsland fest, denn in Vietnam sind TukTuks wohl offiziell verboten. Die Grenzpolizei war nach der Übergabe eines 10-Dollar Scheins gewillt uns über die Grenze zu lassen, doch der Zoll machte Probleme.

Erst nach 3 Stunden Diskussion und nerven schaffte es Frau Juscha B aus K in B, den Zollbeamten Vietnams so sehr auf die Nerven zu gehen, dass er uns nach einer letzten Taschenkontrolle über die Grenze ließ.

In Ha Tien wurden dann, wie eigentlich bei jedem Stopp, ein paar Reperaturen am Motorrad durchgeführt. Und dann ging es auch weiter in RIchtung Can Tho.

Auf der Fahrt dorthin gab es dann leider auch den ersten Verkehrstoten in Vietnam zu sehen. Der Helm des Motorradfahrers war gespalten und sein Gehirn auf der Straße verteilt. Da wird einem auch ganz anders, wenn man selbst gerade auf seiner Honda sitzt.

Aber nun ist Can Tho am unteren Arm des Mekong, mitten in dessen Delta erreicht und es ist nur noch eine Etappe nach Ho Chi Minh City.

Die ersten Bilder von Vietnam gibt es nun auch zu sehen. Un die Website ist wieder aktuell 🙂

Über Sihanoukville nach Koh Rong Sanloem

Nach den anstrengenden Fahrten war es nun mal endlich wieder Zeit für eine schöne Insel. Und schon mehrfach haben wir von den Inseln Koh Rong und Koh Rong Sanloem gehört. Also machten wir uns auf die 220 km lange Etappe von Phnom Penh in Rihtung Süden nach Sihanoukville, um von dort aus per Boot auf eine der Inseln überzusetzen.

Die Straße war laut Auskunft einiger Kambodschaner in einem guten Zustand, der Verkehr nicht allzu wild, wenn man erstmal aus Phnom penh raus ist und wir mitlerweile auch ein eingespieltes TukTuk-Team. Was sollte da schon schief gehen?

Vieles, wie sich bald heraus stellte. Zuerst entschied sich das Wetter dazu, nicht mehr in unserem Team mitzuspielen. Es prasselte große Regentropfen auf uns herab und schon nach wenigen Momenten war man triefend nass. Und dann verließ auch noch das Moped unser Team. Die Kette sprang im Sekundentakt vom Hinterrad, was ein Vorankommen unmöglich machte. Doch Glück im Unglück, ein preisgünstiger Mechaniker machte das Bike in einer Viertelstunde wieder fit und irgendwann ließ auch der Regen nach, so dass wir kurz nach Einbruch der Dämmerung die Hafenstadt SIhanoukville erreichten.

Nach einer Nacht setzten wir dann über nach Koh Rong Sanloem, wo man sich für drei Tage, bevor es wieder zurück aufs Festland ging, wie im Südseeparadies fühlen konnte. Traumhafter Strand, Palmen, kristallklares Wasser und gutes Essen rundeten den tollen Eindruck ab.

3 Nächte in Phnom Penh

Nach über 500 km Fahrt mit dem Tuktuk von Battambang über Siem Reap und Kampong Thom war nun endlich Phnom Penh erreicht. Eine quirlige Millionenstadt mit einem Verkehr, der sehr an geordnetes Chaos erinnert. Im Gegensatz zu Bangkok, dass mir ständig viel zu gestresst und teilwiese sogar aggressiv vorkam, mag ich Phnom Penh wirklich gerne. Trotz der unzählichen Motorroller, der fehlenden Gehwege und den einigen Ecken, die echt übel stinken 🙂

Doch außer dem üblichen Sightseeing, Trinken, Postkarten schreiben und Erledigungen machen stand im Phnom Penh auch wieder ein ernstes Thema auf dem Plan:

Die Besichtigung zweier der Stätten an denen die Khmer Rouge in den 1970er Jahren so großes Unheil verursachten, dass das Land und vor allem seine Bevölkerung bis heute darunter leidet.

Zuerst besuchten wir das Tuol-Sleng-Museum. Eine ehemalige Schule, die unter den roten Khmer zum Gefängnis oder eher KZ umgewandelt wurde. Hier wurden die Biographien derer, die hier eingesperrt wurden aber auch derer die hier arbeiteten aufgezeigt. Dazu hatte man Einsicht in die alten Zellentrakte und selbst die Folterinstrumente wurden aufgestellt.

Am nächsten Tag stand dann die Besichtigung der Killing Fields am Rande von Phnom Penh an. Diese Killing Fields verteilen sich über das ganze Land und sind Orte des Schreckens, die bis heute an die Zeit erinnern als Millionen Kambodschaner auf grausamste Art und Weise ihr Leben verloren.

Von Siem Reap nach Pnom Penh

Die erste Bewährungsprobe in Kambodscha hat unser TukTuk ja schon auf der Strecke von Battambang nach Siem Reap und entlang der Tempel von Angkor erfolgreich bestanden. Nun stand als nächstes die ca. 320 km lange Strecke nach Pnom Penh an. Von Siem Reap nach Kampong Thom ging es richtig flott voran. Wenig Baustellen und eine ordentliche Straße machten die Fahrt schnell und wenig anstrengend. Dennoch entschieden wir uns dafür, eine Nacht Rast einzulegen. Und im Nachhinein war dies die absolut richtige Entscheidung. Schon kurz nach Kampong Thom änderen sich die Straßenverhältnisse von akzeptabel über fürchterlich zu richtig beschissen. Kein Asphalt, kein Pflaster, dafür eine sandige Piste mit Steinen, Baustellen und großen Löchern. Dazu Laster, Busse und rasende Jeeps. Alles in allem war es richtig zermürbend und erst kurz vor Pnom Penh war die Straße wieder in einem guten Zustand, in einem ausgezeichneten sogar 🙂

Die Landschaft und die Menschen auf dem Weg waren dabei ein toller ausgleich zu den Strapazen. Erst ungläubiges Staunen über zwei Weisse auf einem TukTuk und danach herzliches Lächeln überall auf dem Weg. Und dann irgendwann bekamen wir das erste Mal den Mekong, die Lebensader Südostasiens, zu Gesicht. Nun war Pnom Penh schon fast erreicht…

Die Strecke hat nicht nur uns, sondern auch unser Moped ziemlich mitgenommen. Dafür steht morgen ein Ölwechsel und ein kurzer Check auf dem Plan.

Dazu gibts ein Update an der Website und neue Bilder 🙂

Die Tempel von Angkor

Angkor Wat in Kambodscha ist als Weltkukturerbe und riesige Tempelanlage wohl vielen Menschen ein Begriff. Doch es bildet nur einen Teil der riesigen Tempelanlagen rund um Siem Reap. Für 20$ Eintritt kann man alle Anlagen an einem Tag besuchen. Das ist ein ziemlicher Marathon und es empfiehlt sich, dies mit einem eigenen fahrbaaren Untersatz zu tun, denn allein eine Fahrt bis zum Ticket-Office verschlingt 10$ an Fahrtkosten. Verhandlungsspielraum gibt es dabei wenig. Und wenn man dann noch von Tempel zu Tempel fahren will, kann das leicht 50$ und mehr kosten. Also nicht von irgendwem abschrecken lassen und selber fahren!

Die Tempelanlagen selbst, mit den sie umgebenden künstlichen Seen und Kanälen geben einen Eindruck über die einstige Größe und den Fortschritt des vergangenen Khmerreiches, dessen Mittelpunkt damals Angkor bietete. Manche Tempel sind in gut erhaltenem oder restauriertem Zustand, andere wirken als würden sie jeden Moment in sich zusammen fallen. Die umgebende Regenwaldvegetation ist allseits auf dem Vormarsch und erobert sich Stück für Stück zurück, wo sie nicht durch den Menschen daran gehindert wird. Wer also immer mal das Gefühl haben wollte einen Dschungeltempel zu besuchen ohne sich vorher mehrere Stunden oder gar Tage durch den Regenwald zu schlagen, der kann dies in den Anlagen um Siem Reap ohne Weiteres tun.

Es sind zwar viele Besucher in der Anlage, doch diese ist so groß, dass man sich nicht gegensseitig auf die Füße tritt, wie es zum beispiel in Peru bei Machu Picchu der Fall ist.

Nach einem Tag voller Tempel und antiker Kultur ist jetzt erstmal ein Tag zum Ausspannen nötig, bevor die Reise in Richtung Pnom Penh weiter geht, mal schauen ob unser fahrbarer Untersatz auch diese Strecke durchhält.

Das Internet ist jetzt wieder etwas besser, so dass die Website wieder auf den neusten Staand gebracht werden kann und die Bildergalerie von Kambodscha endlich online ist. Viel Spaß beim schauen!

Mit dem TukTuk von Battambang nach Siem Reap

Jetzt geht es wohl so richtig los…
Zum ersten Mal gilt es mit dem TukTuk eine Etappe zu meistern. Mit dem frischen Vietnam-Visum (ab 60 US$ in der Botschaft zu haben) geht es mit Sack und Pack in Richtung Siem Reap.
Noch etwas ungeübt muss ich mich erst durch den Verkehr Kambodschas zweitgrößter Stadt bis zur Tankstelle durchschlagen und mit einem vollen Tank können dann die 180 Kilometer in Angriff genommen werden.

Mit dem TukTuk zu reisen hat Vor- und Nachteile. Man ist etwas langsamer als der Bus, weil weder Motorrad (97 ccm) noch Straßenverhältnisse eine höhere Geschwindigkeit als 50 km/h zulassen. Und nach der Fahrt tut einem gehörig der Hintern weh.
Dafür ist man sehr viel unabhängiger und die Menschen auf dem Weg begegnen einem erst etwas verwirrt, dann sehr freundlich, die Kinder sogar freudig aufgeregt.

Nach 6 Stunden, einer herausgesprungenen Kette und einem verlorenen Metallteil (Sicherung der Anhängerkupplung) haben wir dann Siem Reap erreicht.

Kambodscha Visum in Bangkok – Leichter als gedacht…

visum-kambodscha Die ersten Vorbereitungen für die Weiterreise nach Kambodscha standen an, genauer gesagt ein Visum, das an jedem Grenzübergang gültig ist und nicht, wie das Visa on Arrival nur an ausgewählten. Also ab zur kambodschanischen Botschaft (Öffnungszeiten Mo – Fr 9 – 12 Uhr). Und dann ging es ganz schnell. Ein Formular halbherzig ausfüllen, ein Passfoto sowie eine Kopie vom Pass und vom Thailandstempel einreichen. Dann muss man der jungen Dame am Schalter nur noch sagen, dass man eigentlich keine Ahnung hat, wann genau man wohin reist und eine Stunde später hält man das Visum in der Hand. Hoffentlich bleibt das so 🙂

Aber morgen geht es erstmal mit dem Zug nach Süden!