Flucht nach Peru

Das war nun wirklich genug Bolivien fürs Erste! Das steht für uns beide fest und wir schlagen uns mit Mikro-Bussen und Taxis über die Grenze bis nach Puno durch. Puno mag vielleicht auch nicht der schönste Fleck auf Erden sein, doch an der Plaza de Armas angekommen haben wir gleich eine gute Gaststätte und eine warme Unterkunft (ohne Wolldecken!) gefunden. Außerdem gilt es, von hier die schwimmenden Inseln der Uro zu besuchen. Wir wissen zwar schon im Vorherein, dass diese absolut touristisch kommerzialisiert wurden, aber ein Besuch am Titicacasee, so ganze ohne die Inseln, das geht nun auch nicht!

Zu guter letzt ist Puno der ideale Ausgangspunkt für den Weg nach Cusco und das bedeutet letztendlich: Machu Picchu, die wohl berühmteste archäologische Stätte Südamerikas.

Aus der Wüste an den Titicacasee

Nach so viel Kälte, trockener Luft, Sand, Salz und Geröll sollte es dann ganz schnell gehen. Mit einem Tag Auffenthalt ging in La Paz ging es per Bus nach Copacabana am rieseigen Titicacasee auf über 3.800m Höhe.
Um dorthin zu gelangen wurden sowohl wir, als auch unser Bus mit kleinen Holzfähren verschifft, ehe es dann auf den Serpentinen weiter ging.
Der Ort Copacabana hat sich vollständig auf den Tourismus eingestellt: Hotels, Hostels, Restaurants, Touranbieter, alles ist im Überfluss vorhanden. Kurz nach dem Aussteigen aus dem Reisebus wird man auch gleich angesprochen, ob man nicht in dieses oder jene Hotel oder Restaurant möchte oder ob man nicht dieses oder jenes Rauschmittel kaufen möchte.
Nach einer Übernachtung in Cocacabana entschieden wir uns für eine Überfahrt zur Isla de Sol, deren nördlichen Teil wir erkunden wollten. Daraus wurde leider wenig bis gar nichts, nachdem sich ein Magen-Darm-Trakt in Copacabana wohl etwas übernommen hatte und es in der Unterkunft auf der Insel nur sporadisch fließend Wasser gab.

Salar de Uyuni und der Südwesten Boliviens

Hier kommt er, der verspreochene Beitrag mit Bildern und so weiter…

Wie schon geschrieben, mussten wir aufgrund von Verkehrsschwierigkeiten (Tag des Fußgängers) einen Tag früher nach Oruro und haben nach der doch etwas unsicheren Busfahrt dann den Nachtzug in Richtung Uyuni genommen. Dort kamen wir gegen 02:30 Uhr an und hatten uns schon einen Transfer ins „traumhafte Salzhotel“ am Rande der Salzwüste organisiert. Nunja, so traumhaft war das Hotel leider nicht. Es war schön ausgestattet und warm, leider bekam man erst nach der dritten Anfrage nach Einer Tour in die Wüste und in die Umgebung eine vernbindliche Antwort. Und wie verbindlich diese war, stellte sich am Tag des Tourstarts heraus. Plötzlich sollte die nämlich fast die Hälfte mehr kosten. Als man uns dann auch noch den Defekt einer Heizdecke (Überhitzung) in die Schuhe schieben wollte, war es dann mit unserer Beeherrschung ganz vorbei und wir wollte eigentlich nur noch einen Transport in Richtung Flughafen, raus aus diesem Land.

Doch wie das Schicksal so spielt entpuppte sich unser Fahrer als geschulter Guide mit reichlich Erfahrung und fuhr spontan mit uns in die Salzwüste, zu allen bekannten Hotspots und zu kleinen Attraktionen abseits der ausgetrampelten Pfade. Dabei fischten wir selbst Salzkristalle, die auf dem Touristenmarkt verkauft werden, aus den schwefelhaltigen Wasserlöchern der Salar. Wir aßen gemeinsam in der mit Kakteen bewachsenen Isla Incahuasi zu Mittag und hatten einen wirklich schönen Tag in der Salar de Uyuni

Als unser Fahrer und Guide uns dann auch ein neues Hotel und eine weitere 2-tägige Tour mit seinem Geschäftspartner (zum halben Preis des Hotelvorschlags) organisierte, waren wir dann auch wieder rundum zurufrieden.

Am nächsten morgen ging es per Jeep dann los, erst in Richtung San Cristobal, vorbei am „Friedhof der Züge“ und an herrlicheen Felsformationen. Immer weiter Richtung Südwesten. Dabei erreichten wir Höhen von über 5000m und bekamen neben Lamas und Guanakos auch hunderte Flamingos, die in den hoch gelgenenen Lagunas leben, zu sehen. Unser letztes Ziel dieses Tages war die Laguna Colorada, die sich durch die verschiedenen gelösten Minerale rötlich gefärbt hat.

Die Nacht sollten wir eigentlich in einem beheizten Doppelzimmer mit eigenem Bad verbringen, ein wenig Luxus wollten wir uns nach so vielen Stunden Fahrt und bei eisiger Kälte halt schon gönnen. Doch daraus wurde leider auch nichts. In unserem Camp gab es aber Strom! Für wenige Stunden, wenn abends nach dem Essen mal der Generator eingeschaltet wurde.

Nach einer kurzen und verdammt kalten Nacht ging es am nächsten Morgen verschlafen und unterkühlt zur Laguna Verde, einem grünen See weit über 4000m Höhe: Danach besichtigten wir die schwefelhaltiges Wasser spuckenden Geysire und die heißen Quellen.

Nun ging es wieder auf den Rückweg in Richtung Uyuni, wobei wir wieder großartige Felsen, karge und dennoch überwältigend schöne Landschaften und viele Tiere zu Gesicht bekamen.

Den ungefähren Tourverlauf habe ich mal per Google Maps eingebettet:

Uyuni Tour auf einer größeren Karte anzeigen

Somit haben wir jetzt mehr als 5 Tage in und um Uyuni verbracht, es wird Zeit weiter zu ziehen. Weiter in Richtung Norden, zum Titicacasee, nach Peru und dann mal sehen…

P.S. Die Website mit Route, Bildern, Daten und Fakten usw. ist natürlich auch wieder auf dem neuesten Stand

Neuigkeiten in Kürze

Da ich bereits von mehrere Seiten darauf aufmerksam gemacht wurde, dass es wenig Neuigkeiten auf dem Blog gibnt hier mal das aktuelle geschehen in Kürze. Leider ist die Internetgeschwindigkeit dermaßen gering, dass an den Upload von Bildern (obowohl viele gemacht wurden) gar nicht erst zu denken ist.

Seit dem 03.09. sind wir wieder zu zweit unterwegs, mal sehen, wie lange das gut geht 🙂
Von La Paz aus, ging es per Bus über Stock und Stein und mit mehreren beinahe Unfälllen nach Oruro. Nach einer Nacht dort hieß es Umsteigen in den sichereren Zug nach Uyuni, wo wie mitten in der Nacht eintrafen.
Für die ersten beiden Nächte hatten wir uns für ein schönes Hotel aus Salz, direkt am Rand der Wüste, entschieden. Nach einigen Querelen mit dem Managament über zugesagte und doch abgesagte Touren, Heizdecken mit Fehlfunktion, sowie Rauchen auf dem Zimmer haben wir uns frustriert zur Abreise entschieden und befanden und gedanklich schon auf dem Rückweg nach La Paz. Doch dann trafen wir Hugo, der eigentlich nur für unseren Rücktransport Zuständig war. Er unternahm mit uns eine 7 stündige Tour durch die Salar de Uyuni, zeigte uns die Highlights und auch Sehenswürdigkeiten abseits der Touristenströme. Mit ihm fischten wir Salzkristalle aus Wasserlöchern, aßen zwischen Kakteen Mittag und machten Erinnerungsfotos inmitten der berühmten Salzpfannen Boliviens.

Bilder folgen, versprochen!

Anschließend vermittelte uns Hugo ein angenehmes Hotel und sorgte gleich für eine weitere 2-Tages-Tour zu den weiteren Attraktionen, die wir unbedingt noch sehen wollen.
In einer Stunde geht’s los, also bleibt keine Zeit mehr für mehr Berichte.

Wie gesagt, dieser Beirag wird noch überarbeitet und ganz viele Bilder folgen, sobald Zeit und Internet mitspielen!

Shopping in Bolivien

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Blätter des Kokastrauches

Im Vergleich zu den europäischen Industriestaaten mag Bolivien ein sehr armes Land sein, doch auch hier gibt es schöne Supermärkte und alles was das Herz begehrt ist erhältlich (außer normale Lucky Strike Zigaretten). Dazu gibt es wunderschöne und belebte Märkte, auf denen Gewürze aller Art, verschiedenste Früchte und Gemüse und weitere Extras angeboten werden.
Und dann gibt es da natürlich noch Koka. Die Blätetr des Kokastrauches werden praktisch an jeder Ecke legal angeboten und können als Tee oder zum kauen genossen werden.

Weiterhin kann man in fast jeder kleineren Apotheke Diazepam (den meisten unter dem Markennamen Valium bekannt) in Unmengen ohne Rezept erwerben. In Potosí gibt es sogar einen Markt, auf dem jeder ohne Einschränkungen Dynamit kaufen kann.
Von diesen Produkten wollen wir natürlich mal absehen und erst recht nichts mit in die Heimat nehmen.
Und wem beim Namen „Koka“ gleich Kokain in den Sinn kommt, diese Droge ist auch in Bolivien per Gesetz verboten. Und wer es dennoch konsumieren möchte, egal ob in Bolivien oder Europa, der sollte sich mal mit dem Herstellungsprozess beschäftigen und dann vielleicht nochmal überlegen, ob man sowas wirklich im Körper haben möchte.
Hier mal ein Link zu Youtube über Kokainproduktion in Kolumbien.

La Paz

Von Sucre aus ging es per Nachtbus nach La Paz. Diesmal habe ich einen absolut tollen Bus erwischt, neu, guter Zustand und ich habe extra „Cama total“ gebucht, das bedeutet, dass man den Sitz zu 180° umklappen kann und man praktisch ein vollwertiges Bett hat.
12 Stunden später kam ich völlig schlaftrunken im kalten La Paz an und suchte mir erstmal eine Unterkunft.

Und La Paz ist….   …einfach unbeschreiblich…
Mitten ineinem engen Tal gelegen und mit Blick auf über 6000m hohe Gipfel. Die Stadt wächst und wächst und schon lange sind die steilen Hänge des Tals bebaut.
Die Wohlhabenden der Stadt leben im wärmeren Tal, wo auch die Gefahr der Höhenkrankheit geringer ist und je weiter man den Hang hinauf geht, desto ärmer werden die Bewohner. Der Anblick dieser bebauten Hänge erinnert ein wenig an die Favelas in Rio, nur längst nicht zu bunt, dafür aber sehr viel größer und ausgedehnter.

Die Stadt selbst ist lebendig, quirlig, alle Straßen sind belebt, teilweise überfüllt, der Verkehr macht ein Vorankommen mit dem Auto fast unmöglich, also werde ich die Stadt ab jetzt zu Fuß erkunden. Ich hab es auch schon geschafft, die gewünschten Postkarten abzuschicken 🙂

Ansonsten folgen in den nächsten Minuten Updates an den Bildern und den Daten und Fakten.

Boliviens Hauptstadt Sucre

Nach einer dreistündigen Busfahrt durch die spektakuläre Landschaft Boliviens aus Potosí kommend, wirkt Sucre, die eigentliche Hauptstadt Boliviens, wie eine Offenbarung. Das Klima ist mild bis warm, die Straßen hell und die Bürgersteige breit genug, dass zwei Menschen einander passieren können ohne dass einer von beiden auf die Straße gedrängt wird. Sucre ist mit seiner sehr schön restaurierten Altstadt und den vielen kolonialzeitlichen Gebäuden und dem schönen zentralen Platz zurecht eine Weltkulturerbestätte. Und um dem ganzen noch das Sahnehäubchen aufzusetzen gibt es ausgezeichnetes Essen und wie in ganz Bolivien an jeder zweiten Straßenecke frisch gepressten Orangensaft für wenige Cents.

Und hier finde ich auch zum ersten Mal, seitdem ich in Bolivien bin einen Supermarkt, sehr sauber und richtig gut sortiert.

Route, Daten und Fakten, sowie die Bildergalerie wurden natürlich aktualisiert. Und Briefmarken für die Post nach Hause habe ich auch bekommen 🙂

In die Bergbaustadt Potosí

Am gestrigen Montag sollte es mit dem Bus von Tarija nach Potosí gehen, doch das war alles nicht so einfach, wie gedacht.
Ich wollte aus den Erfahrungen der letzten Busfahrt lernen und auch mal Ratschläge annehmen und tagsüber fahren. Dazu habe ih mich am Busterminal umgeschaut und habe ein Busunternehmen gefunden, das 2 tolle neue Busse im Terminal stehen hatte und eine Tagesfahrt nach Potosí anbot. Dort habe ich natürlich Tikets gekauft.

Und es kam alles anders als gedacht. Der Bus, in den ich dann tasächlich einsteigen durfte, hatte mit den zwei Luxuslinern nicht mehr viel zu tun und machte auch nach 15 Minuten das erste mal schlapp. Insgesamt 6 mal hielt unser Fahrer um den Schraubenschlüssel zu nehmen und das Innenleben des Motors wieder in Gang zu bringen. Beim 6. Mal war dann auch definitiv Schluss und wir waren gestrandet, noch bevor wir die Hälfte der Strecke absolviert hatten.


Kurz entschlossen organisierte ich mir einen Platz in einem Collectivo und ab ging die Fahrt. Doch durch die vielen Verzögerungen war es schon dunkel und unser Fahrer hatte etwas Geröll auf der Straße übersehen, in das wir dann einfach hineinbrausten. Am ersten größeren Stein war dann Schluss. Gottseidank gab es keine ernsthaft Verletzten und auch ich habe mir nur den Kopf etwas heftig gestoßen.

Gegen 22 Uhr erreichten wir dann endlich Potosí und ich konnte mir die Stadt bei Dunkelheit schon mal etwas anschauen 🙂
Am Ortseingang sieht die Landschaft so aus, als wäre jeder Stein schon mindestens einmal umgedreht worden und die gesamte Stadt riecht auch nach Bergbau, Qualm und Staub. Eigentlich keine guten Vorraussetzungen für einen schönen Auffenthalt. Doch Potosí kann mit schöner kolonialer Architektur und leckerem Essen punkten.
Und hey.. ich hatte noch nie einen mehrtägigen Auffenthalt auf über 4000m Höhe!

Website wieder komplett auf dem neuesten Stand, neue Bilder in der Galerie.

Das warme Tarija

Tarija ist einfach schön!
Im Gegensatz zu meinen bisherigen Stationen ist Tarija deutlich wärmer und kühlt nachts auch nicht so sehr aus, wie etwa Villazón oder Tupiza. Überall in der Stadt gibt es Parks mit überlebensgroßen Statuen. Und überhaupt.. Stadt. Tarija merkt man an, dass es eine größere Stadt ist. Es sind deutlich weniger Menschen in den traditionellen Kleidern im Straßenbild vertreten und die Stadt wirkt selbst am Sonntag geschäftiger und belebter als die lädnlcihen Gemeinden.
Ich als Stadtkind genieße diese Abwechslung auch mal wieder und atme die freie Stadtluft 🙂

Bildergalerie ist uf dem neusten Stand, ebenso Daten und Fakten und die Route!

Über die Serpentinen der Anden…

Eigentlich habe ich mir die Fahrten per Bus durch die Anden etwas lustiger vorgestellt, aber erstmal von Anfang an:

Von Tupiza wollte ich nach Tarija reisen und das möglichst tagsüber, da ich viele schlechte Geschichten über die Strecke gehört habe, was den Zustand der Busse, der Straße und die Nüchternheit der Fahrer angeht. Nur leider gibt es von Tupiza aus keinen direkten Nachtbus.
Also entschied ich mich für den Umweg über Villazón, denn dort sollte ein Bus vormittags gen Tarija abfahren.
In Villazón angekommen, musste ich festellen, dass die einzige Tagesverbdinugn zwischen den beiden Städten gestrichen wurde, also 11 Stunden warten bis zur Abfahrt des Nachtbusses. Und es wurde noch besser: Ab 11 Uhr mittags wurde der Busbahnhof für diverse Feierlichkeiten geschlossen, was den Fahrern wenig ausmachte, wurden sie doch auf reichlich Getränke eingeladen.

Gegen 17 Uhr öfnete der Busbahnhof wieder und ich machte mich im Umkreis auf Erkundungstour um die Busse meiner Busgesellschaft unter die Lupe zu nehmen. Was ich sah, stimmte mich freudig, stand dort dorch ein nagelneuer, glänzender Bus mit allem drum und dran.
Die Ernüchterung folgte dann natürlich sofort beim Einsteigen: Einer der fiesesten und abgerocktesten Busse, die ich je gesehen habe, mit undichten Scheiben, kaputten Ladeklappen und abgefahrenen Reifen. Aber was solls, irgendwann will ich ja mal ankommen.

Die Straße oder besser gesagt, die Schotterpiste hatte es in sich. Bei Dunkelheit ging es die engen Serpentinen erst von 3500m abwärts auf ca. 2600m, dann wieder hinauf auf über 4000m, bis der Weg letzlich auf unter 1900m über dem Meeresspiegel hinabführte. Dabei hatte man auf der einen Seite, wenige Zentimeter neben dem Bus, fast immer den Abhang. Beim Anblick der ersten kreuze am Wegesrand überlegte ich, ob jetzt nicht der passende Zeitpunkt gekommen wäre, soetwas wie Reiseübelkeit zu entwickeln, aber nach ein paar Stunden ist man des Gruselns einfach müde und versucht bei der Eiseskälte im zugigen Bus einfach ein Auge zuzumachen.