Santa Clara

Eigentlich wollte ich ja nur bis Ciego de Avila fahren, doch auf dem Weg traf ich Marta, eine Studentin aus Santa Clara, die mir anbot, dort doch bei ihr im Wohnheim zu übernachten. Also brausten wir noch ein paar Kilometer weiter und schon landete ich in der Stadt Che Guevaras, wo ich ja eh am nächsten Tag hin wollte.
Dieser nächste Tag begann damit, dass mir Marta erklärte, dass es wohl aufgefallen war, dass ich im Wohnheim übernachtet habe und ich suchte mir für die kommende Nacht erstmal eine andere Unterkunft. Laut Reiseführer war das günstigste ein Hotel, das dazu auch noch direkt am zentralen Platz Santa Claras lag.

Die Stadt selbst wirkt auch viel städtischer als der Rest Kubas (ausgenommen Santiago und Havanna), so dass man sich einige Zeit nehmen kann um den Ort zu erkunden.
Als erstes besichtigte ich die Stätte der finalen Schlacht zwischen den Revolutionären und dem Batista Regime. Hier ließ Che mit einer Handvoll Rebellen und einem Bulldozer einen schwer gepanzerten Zug mit einer vielfachen Überzahl an Soldaten entgleisen und entschied die Schlacht für sich.
DSC00206Etwas weiter liegt eine Anhöhe von der man die gesamte Stadt überblicken kann. Dort traf ich einen Arbeiter einer Zigarrenfabrik, der mir Freikarten für die Besichtigung anbot, doch irgendwie hatte ich nicht schon wieder Lust auf Zigarren.
Also wieder runter vom Hügel und ab zur Plaza de la Revolucion, wo auch das Mausoleum des in Bolivien ermordeten Che Guevaras ist.
Mittlerweile brannte die Mittagshitze allerdings erbarmungslos senkrecht vom Himmel, so dass der Weg zur Qual wurde. Gottseidank machten es die gelockerten Gesetze und die Emsigkeit der Kubaner möglich, dass man sich an jeder Ecke mit frischem Eis (15 Cent), Säften (15 Cent) und Limonade (40 Cent) erfrischen kann. Und mein Feuerzeug kann ich auch gleich auffüllen lassen (wieder 15 Cent).

DSC00215Die Plaza de la Revolucion ist natürlich in gigantischen Ausmaßen gehalten und, damit es umso monumentaler wirkt, gibt es wenig Schatten spendende Bäume um eine freie Sicht zu gewährleisten.
Doch im Inneren des Museums und des Mausoleums erlebe ich eine kleine Überraschung. Es ist klein und sehr schlicht gehalten und wirkt wirklich passend. Das Museum enthält Originale und Repliken von Gegenständen die Che und seine Mitstreiter während der Zeit vor, während und nach der Revolution auf Kuba und während des Guerillakrieges in Bolivien bei sich trugen.
Das Mausoleum ist noch schlichter und Ches Gedenkplatte setzt sich nur wenig von denen seiner Mitstreiter ab, so dass ich ihn fast übersehen hätte. Dazu brennt eine kleine Flamme und dahinter befinden sich in einer Art künstlicher Höhle tropische Pflanzen. Es wird keine riesige Show inszeniert und auch der Eintritt ist frei. Sogar die Gepäckaufbewahrung (Rucksäcke, Handys und Kameras sind nicht erwünscht) ist gratis. Der Ort hat mir richtig gut gefallen. Leider gibt’s aus dem Inneren aus den oben genannten Gründen keine Fotos, nur von der pompösen Plaza de la Revolucion.