Mit der Bahn nach Varanasi am Ganges

Eine Reise nach Indien ohne einmal den Ganges gesehen zu haben ist natürlich unmöglich und daher entschied ich mich dafür, mit der Bahn nach Varanasi zu reisen.
Allein die Bahnfahrt (18 Stunden von Delhi aus) war eine Erfahrung. Das Gewirr auf den Bahnhöfen, kaputte Anzeigen auf dem Weg zum richtigen Bahnsteig und ewig lang erscheinende Züge machen einem die Suche nach dem richtigen Sitzplatz im richtigen Waggon nicht gerade leicht und sorgen schnell für Verwirrung. Aber wenn man es sich erstmal bequem gemacht hat und eine Zeit lang einen netten Gesprächspartner hat, vergeht die Zeit doch recht schnell und es gibt sogar warmes Essen bis an den Platz gebracht.

Fahrkarten zu buchen und Sitzplätze zu reservieren ist dabei auch alles andere als einfach, wenn man es nicht über eine Agentur oder eine Unterkunft bucht. So geht’s halbwegs unkompliziert:

  1. Indische SIM Karte besorgen (eine Geschichte für sich), ohne geht es nicht.
  2. Direkt über http://www.indianrail.gov.in buchen (American Express Kreditkarte nötig)
  3. Alternativ über Cleartrip.com oder der passenden App buchen (geht mit dt. VISA Karte)
  4. Plätze aussuchen.

Nun kann man Glück haben und der Platz wird sofort bestätigt oder man landet erstmal auf der Warteliste. Auf jeden Fall bekommt man eine individuelle Buchungsnummer (PNR) und kann schauen, ob man auf der Warteliste nach oben rutscht und einen Platz bekommt und vor allem erfährt man am Tag der Abfahrt seinen genauen Sitzplatz und in welchem Wagen man gelandet ist.

 

Nun zu Varanasi: Ich wurde ja vorgewarnt, dass Varanasi ein dreckiger, stinkender, lauter Moloch und der Ganges total verdreckt sei. Und alles stimmt! Es ist eher noch schlimmer als man es sich vorstellt. Überall liegt Müll herum, dazwischen urinierende Männer und müllfressende Kühe. Der Verkehr ist das reinste hupende Chaos und überall ist der beißende Geruch von Fäkalien, Müll oder Qualm zu riechen. In den schmalen Gassen in Richtung Ufer sieht es nicht anders aus und neben Essen, Gewürzen und allerlei Zutaten für die heiligen Hindu-Rituale gibt es überall berauschende Substanzen zu erwerben. Denen ist wohl auch die spirituelle Erleuchtung, die einige in dieser Stadt gehabt  haben wollen, zu verdanken. Anders kann ich mir das in diesem Moloch kaum vorstellen.

Am heiligen Fluss dann angekommen, sieht man wo vieles von Müll und Fäkalien dann landet. Im Ganges. Dazwischen waschen sich Menschen im heiligen Wasser und nur ein paar Meter weiter stromaufwärts wird eine Leiche verbrannt und dem Fluss übergeben.

Bilder von Leichen oder dem Verbrennungsritual sollen nicht gemacht werden und sind somit auf dieser Website nicht zu finden.

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