Camagüey

Bei meiner Ankunft in Camagüey empfingen mich bereits am Ortseingang ein paar Jungs im Alter von 25-30 Jahren auf Fahrrädern, die mir folgten. Im dichten Stadtverkehr ist es den Radlern ein leichtes mit den ständig wartenden Autos 20140509_094857mitzuhalten. Die Jungs waren, wie sollte es anders sein, Jineteros, die mich zu bestimmten Casas lotsen wollten. Doch anders als ihre Kollegen in anderen Städten ließen diese hier auch nach einem bestimmten „No, Gracias!“ nicht locker und wurden immer penetranter. Zum Glück wurde ich bereits vorgewarnt und tischte den Jungs eine Story auf. Leider half auch das nichts, so dass ich erst nach einem 20-minütigen Katz-und-Maus-Spiel durch die Innenstadt meine Ruhe hatte.
Die Casa, die mir empfohlen wurde entpuppte sich als eine der besten, die ich auf Kuba besuchen durfte. Die 11-jährige Enkelin der Besitzerin öffnete mir die Tür und bat mich herein, bis Ihre Großmutter da sei. Insgesamt war der Empfang äußerst herzlich, so lernte ich die gesamte Familie bis hin zum 90-jährigen Vater kennen und durfte mich richtig zuhause fühlen. Abends gab es dann noch ein vorzügliches Abendbrot, nachdem ich erschöpft einschlief.

Außer dieser vorzüglichen Casa hatte Camagüey für mich allerdings wenig zu bieten, ja eine Kirche, zwei schöne Plätze und eine 200m lange Fußgängerzone, die man auch schöner hätte gestalten können, das war‘s dann aber auch. Oder ich habe etwas verpasst. Aber für mich war Camagüey eh nur ein nötiger Stopp in Richtung Oriente. Gegen Mittag des nächsten Tages geht es weiter nach Santiago de Cuba im Südwesten der Insel.