Baracoa und der Rückweg

Baracoa, die Stadt weit im Oriente, an der Ostspitze Kubas. 1000 Kilometer sind es bis nach Havanna.DSC00198

Erst seit der Revolution ist die Stadt überhaupt an das Straßennetz der Insel angeschlossen. Die Hauptstraße führt über 30 km Serpentinen, ist aber dafür in erstaunlich gutem Zustand. Gelobt werden die Strände und die Küche. Das Lob für die Küche kann ich vollkommen bestätigen, das für die Strände nicht. Laut Lonely Planet ist in 20 km Entfernung eines der Highlights von Kubas Stränden. Ich habe mich auf dem Weg über die Schotterpiste und den kärglich Rest an Asphaltdecke, der hier und dort zwischen dem Sand hervorschaut gemacht und erlebte eine einzige Enttäuschung. Wer diese Strecke mit dem Fahrrad zurücklegt, schmeißt seinen Lonely Planet sofort weg, ich bin auch schon kurz davor J

Baracoa selbst ist eher überschaubar, durch seine exponierte Lage am Ostrand der Insel weht allerdings ein sehr angenehmer Wind, der die Temperaturen, im Gegensatz zu Santiago de Cuba, erträglich macht. Hier kann ich erst einmal verschnaufen.

2 Tage später geht es über Guantanamo und Holguin nach Gibara, einem kleinen Nest in Kubas Norden. Auf dem Weg erhasche ich kurz hinter einem Militärcheckpoint auch einen kleinen Blick auf das Berüchtigte Guantanamo Bay, also den Stützpunkt der Amerikaner. Auch das US-Radio der Base ist zu empfangen. AFN und Radio Gitmo (Spitzname der Amis für ihre Basis), mit noch mehr Propaganda, diesmal von der Gegenseite. Da fahre ich lieber weiter.

Gibara ist malerisch gelegen, an Kubas wunderschöner Nordküste. Der kleine Ort liegt direkt am Meer und hat ein klein wenig touristische Infrastruktur. Gleich beim ersten Versuch eine Casa, die noch ein freies Zimmer hat. Da schlage ich direkt zu. Mal sehen, wie hier die Strände aussehen. Koloniale Städte habe ich ja mit Habana Vieja, Cienfuegos, Trinidad und Santiago nun genug besichtigt.

Und das schöne beim Autofahren ist, dass man immer wieder Anhalter trifft, die man mitnehmen kann, so treffe ich auch Yusmila, mit der ich den Rest des Tages verbringe.