Abschied von Kuba

Eigentlich wollte ich eine Zusammenfassung über die letzten 23 Tage schreiben, aber das geht natürlich nicht, also gibt es einen, sicherlich unvollständigen Überblick über meine Eindrücke und Erlebnisse.

Überall auf der Insel fiel mir die Herzlichkeit der Menschen auf, sei es in den Casas, auf der Straße oder bei der Fahrt im Auto. Das bereitet mir selbst beim Zurückblicken noch viel Freude.

Und ich habe den Eindruck, dass es im Land voran geht. Die freigegebenen Berufe werden stark angenommen, überall machen sich die Menschen selbständig, servieren tolles Essen, arbeiten als Barbiere oder in einem Friseursalon, verkaufen Eis oder füllen Feuerzeuge nach. Es wird an allen Ecken und Enden gebaut und aufgehübscht, klar liegt noch vieles im argen, so manche Ruine wäre bei uns ein Schandfleck, auf Kuba ist sie ein Teil eines ganzen Straßenzuges oder eines ganzen Viertels.

Doch den bleibenden Eindruck hinterlassen dabei eher die vielen kolonialen Bauten in ihrer ganzen Pracht, dazu die die Städte umgebende Natur in ihrer Vielfalt von trockener Kakteenlandschaft bis zum tropischen Regenwald gleich neben karibischen Stränden, auf Kuba gibt es einfach alles.

Doch die schönsten Bauten und die tollste Natur können nicht über die teilweise sehr kargen Verhältnisse in denen viele Menschen leben hinwegtäuschen, hoffen wir, dass es weiterhin aufwärts geht und dass Kuba seinen eigenen Weg erfolgreich meistert. Auf den Straßenplakaten wird für einen Sozialismus der Prosperität und der Nachhaltigkeit geworben, ob es unbedingt Sozialismus sein muss, weiß ich nicht, dafür verstehe ich wohl zu wenig von der Insel, aber die anderen beiden Dinge wünsche ich mir. Und ich kenne ja auch den Vergleich zu anderen Karibikinseln, und da finde ich, schneidet Kuba alles andere als schlecht ab!

Ansonsten kann ich die vergangenen 23 Tage auf Kuba nur als atemberaubend schön mit unglaublichen Erfahrungen beschreiben. Ich finde nicht, dass auf Kuba, wie viele sagen, die Zeit still gestehen sei, sondern empfinde es eher so, dass sich Kuba seine eigene kleine Welt mit eigener Zeit geschaffen hat. Es gibt die alten Straßenkreuzer, die wir alle erwarten, manche Äcker werden noch mithilfe von Ochsen gepflügt, doch 2 Kilometer weiter spielt ein Schüler auf seinem Smartphone, repariert ein Techniker ein Ipad und die Jungs und Mädchen im staatlichen Internet-Café tragen die neueste Mode und kleiden sich offen in den Farben des Klassenfeindes ohne dass jemand Anstoß daran nimmt. Kuba ist einfach ein Land der Gegensätze, das durch seine Menschen so liebenswert wird. Ich komme bestimmt mal wieder! Es ist ja nicht aller Tage Abend:

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