Boliviens Hauptstadt Sucre

Nach einer dreistündigen Busfahrt durch die spektakuläre Landschaft Boliviens aus Potosí kommend, wirkt Sucre, die eigentliche Hauptstadt Boliviens, wie eine Offenbarung. Das Klima ist mild bis warm, die Straßen hell und die Bürgersteige breit genug, dass zwei Menschen einander passieren können ohne dass einer von beiden auf die Straße gedrängt wird. Sucre ist mit seiner sehr schön restaurierten Altstadt und den vielen kolonialzeitlichen Gebäuden und dem schönen zentralen Platz zurecht eine Weltkulturerbestätte. Und um dem ganzen noch das Sahnehäubchen aufzusetzen gibt es ausgezeichnetes Essen und wie in ganz Bolivien an jeder zweiten Straßenecke frisch gepressten Orangensaft für wenige Cents.

Und hier finde ich auch zum ersten Mal, seitdem ich in Bolivien bin einen Supermarkt, sehr sauber und richtig gut sortiert.

Route, Daten und Fakten, sowie die Bildergalerie wurden natürlich aktualisiert. Und Briefmarken für die Post nach Hause habe ich auch bekommen 🙂

In die Bergbaustadt Potosí

Am gestrigen Montag sollte es mit dem Bus von Tarija nach Potosí gehen, doch das war alles nicht so einfach, wie gedacht.
Ich wollte aus den Erfahrungen der letzten Busfahrt lernen und auch mal Ratschläge annehmen und tagsüber fahren. Dazu habe ih mich am Busterminal umgeschaut und habe ein Busunternehmen gefunden, das 2 tolle neue Busse im Terminal stehen hatte und eine Tagesfahrt nach Potosí anbot. Dort habe ich natürlich Tikets gekauft.

Und es kam alles anders als gedacht. Der Bus, in den ich dann tasächlich einsteigen durfte, hatte mit den zwei Luxuslinern nicht mehr viel zu tun und machte auch nach 15 Minuten das erste mal schlapp. Insgesamt 6 mal hielt unser Fahrer um den Schraubenschlüssel zu nehmen und das Innenleben des Motors wieder in Gang zu bringen. Beim 6. Mal war dann auch definitiv Schluss und wir waren gestrandet, noch bevor wir die Hälfte der Strecke absolviert hatten.


Kurz entschlossen organisierte ich mir einen Platz in einem Collectivo und ab ging die Fahrt. Doch durch die vielen Verzögerungen war es schon dunkel und unser Fahrer hatte etwas Geröll auf der Straße übersehen, in das wir dann einfach hineinbrausten. Am ersten größeren Stein war dann Schluss. Gottseidank gab es keine ernsthaft Verletzten und auch ich habe mir nur den Kopf etwas heftig gestoßen.

Gegen 22 Uhr erreichten wir dann endlich Potosí und ich konnte mir die Stadt bei Dunkelheit schon mal etwas anschauen 🙂
Am Ortseingang sieht die Landschaft so aus, als wäre jeder Stein schon mindestens einmal umgedreht worden und die gesamte Stadt riecht auch nach Bergbau, Qualm und Staub. Eigentlich keine guten Vorraussetzungen für einen schönen Auffenthalt. Doch Potosí kann mit schöner kolonialer Architektur und leckerem Essen punkten.
Und hey.. ich hatte noch nie einen mehrtägigen Auffenthalt auf über 4000m Höhe!

Website wieder komplett auf dem neuesten Stand, neue Bilder in der Galerie.

Das warme Tarija

Tarija ist einfach schön!
Im Gegensatz zu meinen bisherigen Stationen ist Tarija deutlich wärmer und kühlt nachts auch nicht so sehr aus, wie etwa Villazón oder Tupiza. Überall in der Stadt gibt es Parks mit überlebensgroßen Statuen. Und überhaupt.. Stadt. Tarija merkt man an, dass es eine größere Stadt ist. Es sind deutlich weniger Menschen in den traditionellen Kleidern im Straßenbild vertreten und die Stadt wirkt selbst am Sonntag geschäftiger und belebter als die lädnlcihen Gemeinden.
Ich als Stadtkind genieße diese Abwechslung auch mal wieder und atme die freie Stadtluft 🙂

Bildergalerie ist uf dem neusten Stand, ebenso Daten und Fakten und die Route!

Über die Serpentinen der Anden…

Eigentlich habe ich mir die Fahrten per Bus durch die Anden etwas lustiger vorgestellt, aber erstmal von Anfang an:

Von Tupiza wollte ich nach Tarija reisen und das möglichst tagsüber, da ich viele schlechte Geschichten über die Strecke gehört habe, was den Zustand der Busse, der Straße und die Nüchternheit der Fahrer angeht. Nur leider gibt es von Tupiza aus keinen direkten Nachtbus.
Also entschied ich mich für den Umweg über Villazón, denn dort sollte ein Bus vormittags gen Tarija abfahren.
In Villazón angekommen, musste ich festellen, dass die einzige Tagesverbdinugn zwischen den beiden Städten gestrichen wurde, also 11 Stunden warten bis zur Abfahrt des Nachtbusses. Und es wurde noch besser: Ab 11 Uhr mittags wurde der Busbahnhof für diverse Feierlichkeiten geschlossen, was den Fahrern wenig ausmachte, wurden sie doch auf reichlich Getränke eingeladen.

Gegen 17 Uhr öfnete der Busbahnhof wieder und ich machte mich im Umkreis auf Erkundungstour um die Busse meiner Busgesellschaft unter die Lupe zu nehmen. Was ich sah, stimmte mich freudig, stand dort dorch ein nagelneuer, glänzender Bus mit allem drum und dran.
Die Ernüchterung folgte dann natürlich sofort beim Einsteigen: Einer der fiesesten und abgerocktesten Busse, die ich je gesehen habe, mit undichten Scheiben, kaputten Ladeklappen und abgefahrenen Reifen. Aber was solls, irgendwann will ich ja mal ankommen.

Die Straße oder besser gesagt, die Schotterpiste hatte es in sich. Bei Dunkelheit ging es die engen Serpentinen erst von 3500m abwärts auf ca. 2600m, dann wieder hinauf auf über 4000m, bis der Weg letzlich auf unter 1900m über dem Meeresspiegel hinabführte. Dabei hatte man auf der einen Seite, wenige Zentimeter neben dem Bus, fast immer den Abhang. Beim Anblick der ersten kreuze am Wegesrand überlegte ich, ob jetzt nicht der passende Zeitpunkt gekommen wäre, soetwas wie Reiseübelkeit zu entwickeln, aber nach ein paar Stunden ist man des Gruselns einfach müde und versucht bei der Eiseskälte im zugigen Bus einfach ein Auge zuzumachen.

Extreme Armut und linke Regierungen

Ich bin ja nun schon seit 4 Monaten unterwegs und habe sowohl sozialistische als auch kapitalistische Länder in Südamerika bereist und mich ein wenig umgeschaut, habe mit vielen Menschen gesprochen und Eindrücke gewonnen. Ich bin nun wirklich kein Experte auf diesem Gebiet, doch die Beobachtungen, die ich gemacht habe, sind doch offensichtlich: In Ländern, wie Kuba, Venezuela oder Bolivien habe ich fast keine Menschen auf der Straße schlafen oder leben sehen, im Andenstaat hat selbst das kleinste Dorf eine Krankenstation beziehungsweise ein kleines Hospital. Das Bildungswesen auf Kuba ist vorbildlich, die Analphabetenquote in allen ländern ist stark rückläufig. Lebensmittel und Baumaterial werden subventioniert.
Und wie sieht es in den kapitalistischen Vorzeigeländern aus? Wenn man in Brasilien, das sich dem globalen Wettbewerb komplett geöffnet hat, mal morgens durch die Straaßen geht, sieht man die Menschen dort aufwachen, eingehült in Pappe und Stofffetzen. Drogensüchtige liegen ebenfalls in den Straßen und die sozialen Unterschiede im Land sind enorm. In Argentinien, das dabei ist von Hedgefonds in die Knie gezwungen zu werden, ist es nicht ganz so schlimm, aber auch dort sieht man den Verfall der öffentlichen Infrastruktur und die Armut einiger Menschen im Straßenbild.

Nun Venezuela ist wirklich am Ende, dort sieht man, dass der Staat teilweise wirklich schwach ist, und es sehr viele Nöte im Land gibt. Doch auf Kuba und in Bolivien, werden die Investitionen des Staates in die Daseinsfürsorge im Land deutlich sichtbar. Verbesserungen, die die Menschen auch zu spüren bekommen, wie Erneruerung des Straßennetzes, Ausbau der Wasserversorgung, Neugestaltung der öffentlichen Plätze.

Bleibt ein großes Manko: Die Unfreiheit der Menschen. Bolivien ist nun eine Demokratie, wenn vielleicht auch mit Defiziten, Kuba generell nicht. Bei Venezuela weiß man es nicht. Die Eindrücke meiner bisherigen Reise lassen mich jedoch stark daran zweifeln, ob die von Weltbank, Währungsfonds und vielen kapitalistischen Ländern propagierte Art und Weise der Öffnung für die internationalen Märkte der richtige Weg für die Menschen armer Länder und Regionen ist. Freiheit und soziale Gerechtigkeit, wie immer eine Utopie.

Tupiza im südlichen Altiplano

Endlich geschafft. Hoch oben in den Anden, genauer gesagt auf dem südlichen Altiplano Hochplateau, das sich von Nord nach Süd durch Bolivien erstreckt, liegt Tupiza. Eingerahmt von kargen Bergen und umgeben von nichts außer schroffem Gestein, Staum und ein paar Büschen und Gräsern liegt diese kleine Oase des Lebens am Rio Tupiza auf knapp 3000m Höhe. Wohin man auch schaut, überall hat man die Berge im Hintergrund. Wer jetzt ein ödes, kleines, halbverlassenes Dorf erwartet liegt allerdings völlig daneben. Tupiza ist zwar idyllisch und ruhig, doch auch sehr lebendig. Im Ort gibt es Bäume und Palmen an jeder Ecke, selbst der Rasen im Park ist saftig grün. Im Stadtzentrum gehen die Menschen ihren Geschäften nach oder sitzen einfach nur entspannt am Hauptplatz auf einer Bank und genießen den frisch gepressten Orangenschaft für 1 Boliviano. Der Tourismus scheint es zu sein, was diesem Ort ein wenig Leben einhaucht, denn an jeder Ecke finden sich Anbieter für Touren in die nahe gelegene Salar de Uyuni, doch dazu in gut zwei Wochen etwas mehr. Ich genieße erstmal die Ruhe dieses Örtchens und werde mich in ein paar Tagen über Umwege auf den Weg nach La Paz machen, danach wird dann die Salzwüste nachgeholt!


Die Website ist wieder komplett auf dem neuesten Stand und die Bildergalerie für Bolivien ist online und wird sich in den nächsten Wochen hoffentlich mit vielen Aufnahmen der verschiedenen Stationen füllen!

In aller Kürze aus Tupiza

So, ich bin gestern in Tupiza angekommen und musste erstmal lange schlafen 🙂 Bilder mache ich bestimmt noch viele in Bolivien, jetzt ist aber erstmal Wäsche waschen und ein bischen Organisatorisches ganz oben auf der To Do Liste.
Dafür wurde die Route, sowie die Daten und Fakten auf den neuesten Stand gebracht.
Leider ist das Internet hier auch alles andere als stabil oder gar schnell, daher kann es diesmal wieder eine Weile dauern 😀

Erstmals in den Bergen

Salta liegt auf ca. 1200m über dem Meeresspiegel, hat also weniger als ein Drittel der Höhe von La Paz, wohin es ja auch noch geht. Dennoch sind die Landschaft mit den umliegenden Bergen und Vegetation beeindruckend. Es ist deutlich trockener als in den tiefer gelegenen Regionen, doch nicht wirklich karg. Überall gibt es Bäume, Sträucher und Palmen. Dazu die wunderschöne, unter UNESCO-Schutz stehende, Altstadt Saltas, der Ort ist also wirklich einen Besuch wert!
Die Altstadt mit den kolonialzeitlichen Häusern und Kirchen wundern sehr schön restauriert und die vorhandene Infrastruktur macht den Auffenhalt sehr angenehm.Die Odyssee nach Saltaa hatte ja auch etwas gutes, da durch, dass ich mittaags ankam und heute Nacht erst abreise, habe ich praktisch 4 volle Tage in der Stadt, bei 2 Übernachtungen.
Und nachher, also um 0:30 Ortszeit geht es dann in den Nachtbus zur Grenze, wo ich Argentinien dann endgültig in Richtung Bolivien verlassen werde. Die Gegend um Salta macht wirklich Lust auf ein weiteres Erkunden der Andenregion. Nächste Station ist Tupiza, auf fast 3000m Höhe!

Odyssee nach Salta

Puuuuh, das war anstrengend, nach Salta zu kommen. Natürlich mit dem Bus. Also beginnt das Spiel, wie jedes mal: Strecke raussuchen und Tickets kaufen, doch da es keine Direktverbindung zwischen Asunción und Salta gibt, muss ich den Umweg über Resistencia machen. Und da ich ein wenig sparen will, kaufe ich die Tickets in Argentinien nicht online, sondern bar, mit dem Geld zum Schwwarzmarktkurs. Also heißt es hoffen, dass die Tickets für den bequemen Bus mit Liegesitzen nicht vergriffen sind, wenn ich in Resistencia ankomme, denn in Asunción hat die Busfirma keine Niederlassung.
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Tja und dann passierte, was passieren musste. Natürlich gab es keine Tickets mehr und auch keinen weiteren Bus nach Salta. Dafür aber einen nach Tucumán, weiter nördlich und einen weiteren von dort nach Salta. Da alles besser schien, als die nach in Resistencia zu verbringen, entschied ich mich für diesen Weg und da ich im Bus noch einen Leidensgenossen getroffen hatte, den das gleiche Schicksal ereilte, bekamen wir zusammen noch etwas Rabatt. Somit habe ich den gleichen Preis bezahlt, wie bei einer direkten Buchung im Internet, habe dafür schlechte Plätze und mehrere hundert Kilometerumweg sowie 10 Stunden längere Fahrzeit bekommen.
Aber jetzt habe ich es geschafft! Ich bin in Salta angekommen und habe gleich mal die Bildergalerien, sowie die Daten und Fakten aktualisiert. 🙂

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Und ich habe gleich für meine Weiterfahrt in Richtung Bolivien vorgesorgt, so dass ich hoffentlich bald meine erste Zugfaahrt seit fast 4 Monaten beginnen kann 🙂