Am Strand von Jericoacoara

Schon in Venezela hörte ich den Namen und es wurde geschwärmt, der magische Ort: Jericoacoara. Ein kleines Dorf, toller Strand, einen Sonnenuntergang der seines gleichen sucht und einige Backpacker und Aussteiger, die es sich gemütlich gemacht haben. Das klingt doch alles sehr schön! Und diese Beschreibungen sollte ich noch öfter hören. Ich Manaus, in Belém, in São Luís und und und…

Nach 7 Stunden fahrt über staubige Pisten, modernen Asphalt und meterhohe Dünen komme ich abends in Jeri an. Von einsamer Backpacker Idylle ist allerdings wenig zu sehen, vielmehr hat sich hier der Tourismus ziemlich breit gemacht. Dennoch geht es irgendwie gemütlich zu, schwer zu beschreiben. Hier werde ich erstmal ein paar Tage verschnaufen. Dann gibts bestimmt auch das ein oder andere Bild vom Ort.

 

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So ein kleines Update zu Jeri:
Trotz der abgelgenen Lage ist es ein super touristischer Ort. Es gibt mehr Unterkünfte, als Wohnhäuser und es gibt sogar eine kleine Einkaufsstraße. Irgendwie wirkt das schon noch nett und entspannt auf eine gewisse Art, mir ist das aber ein bischen zu viel „sehen und gesehen werden“. Vom eigentlichen großen Kitesurf-Spot ist nicht mehr viel übrig. In drei Tagen habe ich ganze 5 Kitesurfer gesehen, bei gefühlten 5.000 Touristen im Dorf. Mir ist das etwas zu viel, ich such mir was ruhigeres, wo ich mal ne Weile ausspannen kann 🙂

 

Zum Baden in die Wüste!

Als ich davon hörte, war mir klar, dass ich mir das anschauen musste: Seen mit kristallklarem Wasser zwischen den Dünen einer Wüste. Und man kann dort sogar baden!
Also geht es mit demn Bus von São Luís nach Barreirinhas, dem Einfallstor in den Parque Nacional dos Lençóis Maranhenses. Und dann noch eine kleine Jeeptour, bis die Wüste erreicht ist. Und dann sind sie auch schon zu sehen. Mehrere kleinere Seen umgeben von sandigen Dünen. Und ja, man darf sogar baden. Das Wasser ist trotz der exponierten Lage doch noch erfrischend und man genießt es richtig, sich in der Sonne treiben zu lassen und die großartige Natur zu betrachten.

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Mehr Bilder gibts in der Galerie 🙂

Feste feiern in São Luís

Ja, endlich ans Meer, das dachte ich mir auf dem Weg nach São Luís, schließlich sollen sich die 13 Stunden Busfahrt ja irgendwie lohnen. Doch statt einer erfrischenden Brise erwartete mich wieder schwüle Hitze, doch dafür auch São Jão, ein Fest so farbefroh wie brasilianischer Karneval mit Sambarythmen und Kostümen nur eben im Juni! Und das nur 2 Gehminuten von meiner Unterkunft entfernt. Was für ein Timing! Hinzu kommt, dass das historische Stadtzentrum auch Unesco-Weltkulturerbe ist. Denn wer hat hier nicht alles seine Spuren hinterlassen: Franzosen, Holländer, Spanier und natürlich die Portugiesen!

Ein kleiner Bummel durch die Altstadt, dann nächtliches Eintauchen in die Fiesta und am nächsten Tag soll es dann auch weiter gehen.

Belém

Belém mit seinen mehr als 2 Millionen Einwohnern ist an der Wmündung des Amazonas in den Atlantik gelegen. Schon immer profitierte die Stadt vom Warenverkehr entlang des Flusses, waren es früher Sklaven, dann Kautschuk sind es nun die Produkte von und nach Manaus.
Für Touristen hat die Stadt erstaunlich wenig zu bieten, vielmehr ist sie als gefährliches Pflaster in Verruf geraten. So erwarten mich gleich im Hostel mehrere Warnschilder, welche Straßen ich besser nicht betreten sollte.DSC00498
Dennoch entschied ich mich dafür hier erstmal 4 Tage auszuruhen und ein wenig in der Stadt zu spazieren. Der historische Markt Ver-o-Peso war leider wegen Umbauarbeiten geschlossen, so dass alle Stände ins Freie umziehen mussten.
Das alte Fort aus Kolonialzeiten war zu meiner Überraschung erstaunlich klein und auch geschlossen. Dennoch war der Stadtbummel irgendwie angenehm und der Auffenthalt im einfachen Hostel sehr erholsam. Kurzerhand wurden auch neue Pläne geschmiedet, und die Fahrt nach Sao Luiz beschlossen. Endlich wieder richtig ans Meer!

Von Santarem nach Belém

Santarem hat zwar keine großen Sehenswürdigkeiten, aber wirkt durch sein entschleunigtes Leben und etwas angenehmeren Temperaturen als Manaus doch sehr einladend. Von hieraus kann man das seltsame Vermischen zweier unterschiedlich gefärbter Ströme beobachten, leider sind mir keine wirklich tollen Bilder gelungen, daher verweise ich einfach mal auf den Wikipedia-Artikel.

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Etwa 40 Minuten Busfahrt entfernt liegt das Dorf „Alter do Chão, ein kleines touristisches Dorf, dessen größte Attraktion, lange weiße Flußstrände, zum Zeitpunkt meiner Ankunft leider überflutet waren. Trotzdem waren die 2 Tage in Alter doch sehr angenehm um sich von der Bootsfahrt zu erholen. Außerdem gibt es wundervolles Essen und auf dem Dorfplatz gibt es sogar W-LAN, dass sich zum Video-Chat eignet 🙂

DSC00494Am Freitagmorgen ging es dann weiter mit dem Boot in Richtung Belém. Diemsal war das Boot kleiner aber dafür umso charmanter. Vorbei am tropischen Regenwald, kleinen Siedlungen und einzelnen Häusern mitten im Nichts, tuckerte der Dampfer in Richtung Atlantik. Unterbrochen wurde die Fahrt dabei nur von kleinen Stopps zum Ein- und Aussteigen und die Händler machten ihre Boote während der Fahrt an unserem fest.

Am Sonntagmorgen erreichten wir dann Belém, das es jetzt zu erkunden gilt! 🙂

Mit dem Boot auf dem Amazonas

Schon vor meiner Abfahrt war mir klar, dass dies eins der absoluten Highlights meiner Reise werden würde: Per Boot 1000km flußabwärts auf dem Amazonas, von Manaus nach Belém. 3 Tage dauert die Fahrt auf dem riesigen Strom, gegen den unser Rhein einfach nur wie ein kleiner Bach wirkt.
Ich habe mich entschieden in zwei Etappen zu reisen: Von Manaus nach Santarem und eine halbe Woche später dann weiter nach Belém.
Vor der Fahrt ist es wichtig sich eine Hängematte zu kaufen, damit man sich irgendwo auf dem Boot ein kleines Plätzchen zum schlafen suchen kann. Wenn das Boot dann voll ist, sieht das ganze in etwa so aus:DSC00468Nachdem auch die Fracht verladen wurde kann es los gehen. Da wir stromabwärts reisen, sind wir schneller unterwegs (von Belém nach Manaus dauert es 5 Tage) und ich erlebe, wie der Strom immer breiter wird. Aber schon in Manaus sind die Dimensionen einfach nur gigantisch. Bis hierher, mehr als 1000 km landeinwärts, können die großen Ozeanriesen ihre Fracht befördern.

IMG-20140616-WA0011Auf dem Boot selbst herrscht ausgelassene Stimmung und da gerade die Weltmeisterschaft zu Gast ist, werden auch die Spiele per Satellit übertragen. Der Empfang ist grauenhaft und bei jeder Kurskorrektur muss die Satellitenschüssel von Hand neu ausgerichtet werden, doch das tut der Euphorie an Bord keinen Abbruch.
Und auch ohne TV gibt es natürlich jede Menge zu erleben: unzählige Inseln, das langsame Mischen völlig unterschiedlich gefärbter Flüsse, Delfine, riesige Schiffe und spektakuläre Sonnenuntergänge.

Nach 36 Stunden Fahrt erreicht das Schiff Santarem. Eine Gruppe anderer Reisender, die ich an Bord kennenlernte und ich, haben wieder trockenen Boden unter den Füßen und suchen uns eine Bleibe für die Nacht.

Abschied aus Venezuela

DSC00277Jetzt bin ich schon einige Tage in Brasilien und kann mal mit ein wenig Abstand auf meine Zeit in Venezuela zurückblicken…
Das Land ist in meinen Augen einfach nur wunderschön, allerdings mit wahnsinnigen Problemen, die sich schon bei der Einreise deutlich zu erkennen geben. Der offizielle Wechselkurs von 1:8 ist absolut absurd und wird auch von keinem Reisenden genutzt, wenn man auf dem Schwarzmarkt mehr als das 10-fache also 1:80 bis 1:100 bekommt.
Die politisch instabile Lage sowie die wirtschaftliche Misere haben für diesen Absurden Kurs gesorgt. Hinzu kommt das Problem mit der Kriminalität im Land, jeder, der auch nur ein wenig mehr Geld verdient, verschanzt sich hinter hohen Mauern, Gittern, Stacheldraht oder Elektrozäunen.

Auf der anderen Seite gibt es auch Dinge die für Venezuela sprechen: Eine einzigartige, absolut vielfältige Natur und die Bevölkerung, deren Freundlichkeit kaum zu überbieten ist. Überall trifft man auf nette Menschen, die einem stets mit Rat und Tat zur Seite stehen und einen trotz ihrer eigenen Armut noch zum Essen einladen.

Leider habe ich nicht alles geschafft, was ich mir anschauen und was ich erleben wollte, aber ich werde wieder kommen! Vielleicht ein Abstecher von Kolumbien aus?! 🙂

Update Bilder

Pünktlich zur Ankunft in Brasilien hat die Website auch ein kleines Update erfahren.

  • Eine zusätzliche Galerie für Brasilien (14 Bilder bisher)
  • Daten und Fakten auf dem neuesten Stand
  • Route auf dem neuesten Stand

Jetzt werde ich mich aber erstmal in den brasilianischen WM-Trubel stürzen und meinen Lieblingsteams die Daumen drücken 🙂

 

 

Von Santa Elena nach Manaus

Nach mehreren Kontrollen durch die Guardia Nacional und mehr als einer Woche in Santa Elena entschied ich mich dafür, die Grenze in RIchtung Süden nach Brasilien zu überqueren. Die Formalitäten waren schnell erledigt und schon stand ich im Örtchen Pacaraima auf der brasilianischen Seite. Auch hier blüht der Schwarzmarkt, doch sonst wirkt alles etwas beschaulicher und auch sauberer.

Über Boa Vista fuhr der Bus insgesamt 18 Stunden bis nach Manaus, wo ich am Morgen des 12.06. ankam. Gerade zum Beginn der Weltmeisterschaft in Brasilien.
Also wurde schnell die Hängematte aufgehängt und ab in RIchtung Fan-Fest, wo die Brasilianer dem WM-Auftakt frenetisch entgegen jubelten.
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Manaus selbst ist vor allem eine Wirtschaftsmetropole, viele Sehenswürdigkeiten gibt es nicht wirklich, wenn man mal vom Teatro Amazonas und dem Marktplatz absieht.

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Am Montag soll es dann mit dem Schiff weitergehen, 1 1/2 Tage auf dem Amazonas in Richtung Santarem, mal sehen, ob ich das schaffe, denn es wird schwer das Boot zu erreichen…

Insgesamt ist Brasilien allerdings ein absoluter Kulturschock nach den beiden sozialistischen Ländern Kuba und Venezuela. Alles ist im Überfluss vorhanden, aber auch die Preise sind auf einem völlig anderen Niveau

 

Canaima und die Angel Falls

Die Angel Falls sind die Hauptattraktion Venezuelas, der höchste Wasserfall der Welt stürzt sich fast 1 km senkrecht von einem Tepui in die Tiefe. Das Problem ist nur, der Salto Angel liegt mitten im Regenwald ohne Straßenverbindung zur Außenwelt.

Der beste Ausgangspunkt für eine Reise zum Angel Fall ist Canaima, halb Indiogemeinde, halb Touristencamp mit einem eigenen Flugfeld. Doch auch Canaima ist nur per Flugzeug erreichbar, also stieg ich in Ciudad Bolivar ins Flugzeug und war zwei Stunden später dort.

Canaima selbst liegt am Rande einer Lagune, die allein schon aus 7 Wasserfällen gespeist wird. Um die Lagune findet man herrliche weiße Sandstrände um im erfrischeendeDSC00288n Wasser zu baden.

Ich entschied mich für eine von den Indigenen organisierte Bootstour zum Salto Angel statt eines 30 minütigen Rundfluges.
Also hieß es am nächsten Tag rein ins Boot und 5 Stunden flußaufwärts fahren.

Die Fahrt durch den Regenwald selbst ist schon sehenswert, doch die Stromschnellen zwingen gelegentlich zum Ausstieg und Fußmarsch, bevor es wieder zu Wasser weiter gehen kann.
Am Ende der Fahrt führt eine einstündige Wanderung dann zu dem imposanten Naturschauspiel. Und dann hat man es tatsächlich geschafft: Das Wetter klart kurz auf, die Wolken verziehen sich und auch genügend (aber nicht zu viel) Wasser stürzt den Tafelberg hinunter. Wirklich beeindruckend.

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Anschließend übernachtet unsere 7-köpfige Gruppe noch in einem provisorischen Camp in Hängematten, bevor es am nächsten Tag auf den Rückweg, erst nach Canaima und dann nach Ciudad Bolivar geht.

Noch mehr Bilder gibt es hier.