Postkarten aus Venezuela

Mehrere Leute haben mir geschrieben, sie wollen eine Postkarte aus Venezuela…
Nur zu gerne, leider gibt es da ein Problem: Laut meinem Host wurden seit 9 Monaten keine Briefmarken mehr in der Stadt gesichtet und auch wenn es welche gäbe, liegt die Verlustquote über 50%.
Jetzt gibt es natürlich die Möglichkeit hier eine Karte zu kaufen (hab welche gefunden, auch wenn sie nicht schön sind) und sie direkt von der Grenze in Brasilien zu schicken. Ich versuche mal auszuloten, ob ich das vom Aufwand her irgendwie hinkriege. Aber bitte macht Euch keine zu großen Hoffnungen!

Choroní & Santa Elena de Uairén

So, ich sitze jetzt in Santa Elena, direkt an der Grenze zu Brasilien…
Ich bin von Choroní quer durch Venezuela hier hergereist und habe kein einziges Foto gemacht. Hört sich jetzt blöd an, aber ist so. Dennoch wird sich da noch was tun. Aber mal der Reihe nach:

Choroní ist ein kleines Nest westlich von Caracas, mit einem hübschen Strand und weiteren Buchten, die nur per Boot erreicht werden können. Ein kleiner idyllischer Fleck, der am Wochenende so richtig aufwacht! Da kommen die Wochenendtouristen aus Caracas und am Hafen ist richtig was los: günstiges Essen, viele Menschen, billiges Bier. Reisende aus ganz Südamerika verkaufen hier Kunsthandwerk und sind immer für einen Plausch zu haben. Nur Europäer sind selten, so wie in ganz Venezuela.
Doch ich habe Rob getroffen, ein Engländer aus Barth, mit ihm und einer Gruppe Südamerikaner feiern wir noch weit bis in die Morgenstunden um dann am Strand zu relaxen.

Nach 5 Tagen ist es dann an der Zeit weiterzuziehen. Rob geht nach Westen, ich nach Süden. Aus Vorsicht habe ich am FLughafen zu wenig Geld getauscht und müsste jetzt nochmal nach Caracas. Oder eben nach Santa Elena, das wäre noch besser, damit ich in Brasilien Geld abheben und dann auf dem Schwarzmarkt tauschen kann, so behalte ich meine Bargeldreserve. Denn auf offiziellem Weg tauschen oder per Kreditkarte abheben macht das Leben in Venezuela sehr teuer. Man bekommt auf dem Schwarztmarkt das 10-fache des Kurses, also bleibt keine andere Wahl. Los geht’s zur 2 Tagesreise über 1400 km (für 8 Euro) nach Santa Elena.

Santa Elena selbst ist eine dreckige Kleinstadt an der Grenze. Aber es geht geschäftig zu. Der Schmuggel und der Schwarzmarkt haben Hochkonjunktur. Ich habe mich entschieden hier erstmal auszuruhen (ich hab mir eine dicke Erkältung eingefangen) und von hier aus Trecks und Ausflüge zu machen, bevor es dann weiter nach Brasilien geht.

Achja übrigens: Die Website hat ihr großes Update bekommen. Kuba ist jetzt vollständig, bis auf die Bilder, die werden in den nächsten 24 Stunden hochgeladen. Ich weiß, an der Ausrichtung der Bilder muss ich noch arbeiten. Das steht ganz oben auf der to do Liste!

Venezuela

Ich weiß, ich hab von Kuba aus ein größeres Update angekündigt…
Das liegt bis auf Weiteres auf Eis, das Internet ist hier alles andere als stabil und dazu kommen noch Stromausfälle, und um ehrlich zu sein genieße ich es auch gerade einfach mal rumzuhängen und nichts zu tun. Die 3 Wochen Kuba waren anstrengend genug und Venezuela ist einfach wundervoll.

Es ist hier alles andere als unsicher oder gefährlich, zumindest bisher. Die Menschen hier sind einfach unglaublich freundlich und lieb, dazu sitze ich mitten in einem Nationalpark am Ende der Welt. Ich mach bestimmt mal n Foto 🙂

Die Postkartenwünsche sind angekommen, ich versuche mein möglichstes, aber bisher habe ich weder Postkarten, noch Briefmarken und erst recht kein Postamt gesehen. 🙂

Abschied von Kuba

Eigentlich wollte ich eine Zusammenfassung über die letzten 23 Tage schreiben, aber das geht natürlich nicht, also gibt es einen, sicherlich unvollständigen Überblick über meine Eindrücke und Erlebnisse.

Überall auf der Insel fiel mir die Herzlichkeit der Menschen auf, sei es in den Casas, auf der Straße oder bei der Fahrt im Auto. Das bereitet mir selbst beim Zurückblicken noch viel Freude.

Und ich habe den Eindruck, dass es im Land voran geht. Die freigegebenen Berufe werden stark angenommen, überall machen sich die Menschen selbständig, servieren tolles Essen, arbeiten als Barbiere oder in einem Friseursalon, verkaufen Eis oder füllen Feuerzeuge nach. Es wird an allen Ecken und Enden gebaut und aufgehübscht, klar liegt noch vieles im argen, so manche Ruine wäre bei uns ein Schandfleck, auf Kuba ist sie ein Teil eines ganzen Straßenzuges oder eines ganzen Viertels.

Doch den bleibenden Eindruck hinterlassen dabei eher die vielen kolonialen Bauten in ihrer ganzen Pracht, dazu die die Städte umgebende Natur in ihrer Vielfalt von trockener Kakteenlandschaft bis zum tropischen Regenwald gleich neben karibischen Stränden, auf Kuba gibt es einfach alles.

Doch die schönsten Bauten und die tollste Natur können nicht über die teilweise sehr kargen Verhältnisse in denen viele Menschen leben hinwegtäuschen, hoffen wir, dass es weiterhin aufwärts geht und dass Kuba seinen eigenen Weg erfolgreich meistert. Auf den Straßenplakaten wird für einen Sozialismus der Prosperität und der Nachhaltigkeit geworben, ob es unbedingt Sozialismus sein muss, weiß ich nicht, dafür verstehe ich wohl zu wenig von der Insel, aber die anderen beiden Dinge wünsche ich mir. Und ich kenne ja auch den Vergleich zu anderen Karibikinseln, und da finde ich, schneidet Kuba alles andere als schlecht ab!

Ansonsten kann ich die vergangenen 23 Tage auf Kuba nur als atemberaubend schön mit unglaublichen Erfahrungen beschreiben. Ich finde nicht, dass auf Kuba, wie viele sagen, die Zeit still gestehen sei, sondern empfinde es eher so, dass sich Kuba seine eigene kleine Welt mit eigener Zeit geschaffen hat. Es gibt die alten Straßenkreuzer, die wir alle erwarten, manche Äcker werden noch mithilfe von Ochsen gepflügt, doch 2 Kilometer weiter spielt ein Schüler auf seinem Smartphone, repariert ein Techniker ein Ipad und die Jungs und Mädchen im staatlichen Internet-Café tragen die neueste Mode und kleiden sich offen in den Farben des Klassenfeindes ohne dass jemand Anstoß daran nimmt. Kuba ist einfach ein Land der Gegensätze, das durch seine Menschen so liebenswert wird. Ich komme bestimmt mal wieder! Es ist ja nicht aller Tage Abend:

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Lonely Planet auf Kuba

Ihr habt Euch auch den neuen Lonely Planet über Kuba geholt und habt ihr verschlungen? Schön, dann könnt ihr ihn gleich wieder wegschmeißen! Das einzige, was sich als halbwegs nützlich erwiesen hat, war der Busfahrplan der Viazul-Busse, der Rest ist entweder unnötig oder einfach falsch. Okay, das war zu hart, aber gebraucht hab ich den LP nie.

Ich habe in 2 Casas, die im LP ausdrücklich empfohlen wurden und es waren die beiden schlechtesten Übernachtungen, die ich hatte. Es war nicht dreckig oder so, keinesfalls, es war einfach nur eine Massenabfertigung, die man spürte, da kann ich auch ins Hotel gehen.

 

Es ist kein Problem eine Casa Particulare zu finden, alle sind verpflichtet das blaue Anker-Zeichen an der Tür an zu bringen. Und alle Casas sind sehr seDSC00194hr sauber! Ich habe auf Kuba keine einzige Kakerlake angetroffen, es ist fast klinisch rein. Und hat man einmal eine gute Casa gefunden, ist es ein leichtes sich entlang der Empfehlungen der Gastgeber durchs gesamte Land zu hangeln, von Empfehlung zu Empfehlung. Und damit der Anfang leichter fällt empfehle ich gleich mal eine Casa für Havanna (Dank an Isabell, die sie mir gezeigt hat):

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„La Casa Colonial“
Senora Juana Cedeno y Senora Yahima Reyes
Calle Lealtad 262 (Erdgeschoss) zwischen Neptuno und Concordia
E-Mail: yahima.reyes@nauta.cu

Hier bekommt ihr frisch gepressten Saft zum Frühstück und die Gastgeber geben sich wirklich Mühe! Man erzählt im Nebensatz, dass man gerne Mango isst und findet sie am nächsten Tag in Unmengen auf dem Frühstückstisch 🙂

Und auch für Camagüey kann ich besten Gewissens folgende Casa empfehlen:

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Wenn der Lonely Planet dann bei Baracoa einen tollen Strand empfiehlt, diesen auch noch auf den ersten Seiten des Buches als eines der Highlights aufzählt und man dann am Strand auf einen zugemüllten Platz mit mehr Jineteros als Badenden trifft, dann hat man auch genug davon.

Kommen wir zum Essen im LP: Restaurants, die nicht (mehr) existieren, falsche Adressen und fragwürdige Empfehlungen. Da wird eine Pizza-Kette hervorgehoben, weil es dort für kubanische Verhältnisse ordentliche Pizza gibt? Sorry, aber kubanische Pizzen sind größtenteils richtig fies!

Hier gibt es richtig gute Pizza, mitten in Havanna, in einer malerischen kleinen Gasse, die nicht von Autos befahren wird, 5 Minuten vom Malecon entfernt (ich empfehle die Pizza mit Serrano-Schinken):

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Großes Update in den nächsten 3 Tagen

Heute ist mein letzter Tag auf Kuba und morgen geht es nach Venezuela…

Ab dort sollte ich auch regelmäßig Internet haben und kann dann mal ein ordentliches Update einspielen mit vielen Fotos, Beiträgen usw.

Ich war ja nicht untätig und hab abends fleißig ein paar Zeilen geschrieben…

@Mojo: Ein großer Artikel übers Autofahren!
@Sylle Richter + Raphi: Wünsche sind angekommen, werden beherzigt 🙂

Havanna 2

Zum Schluss gibt’s nochmal einen Tag in Havanna

Also nochmal in die Altstadt zu den Jineteros, mittlerweile bin ich aber so abgestumpft, dass sie sehr schnell aufgeben. Von dort aus mit der Fähre nach Casablanca, wo ja eigentlich auch der Hershey Zug ankommen sollte…
Statt mit dem Zug geht es aber diesmal hinauf zum Fortaleza, das über Havanna thront und die Stadt zu Kolonialzeiten schützen sollte. Ein herrlicher Ausblick über ganz Havanna, nur zu empfahlen.

Da das Geld langsam knapp wird und auch die Zeit verrinnt verbringe ich den restlichen Tag mit Organisatorischem, meinen Rucksack fürs Flugzeug packen, Zigarettenpreise vergleichen, mich von ein paar Leuten verabschieden…

Am letzten Tag hab ich noch dieses kleine Panoramafoto von Habana Vieja machen können (leider ist die Auflösung nicht ganz so gut):

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Auf nach Venezuela!

Varadero

Nach fast 3 Wochen, viel zu wenig Zeit für diese riesige Insel, hab ich es getan, ich habe mir Last Minute ein Schnäppchen für eine Nacht in Varadero gebucht. 5-Sterne all-inkl. Selbst der Alkohol ist umsonst für schlappe 40 Euro. Und bei der Ankunft am Hotel die Feststellung, dass es überbucht ist. Upgrade auf eine Junior-Deluxe-Suite.

Im völlig abgeschotteten Hotel selbst geht es nur um faulenzen, am Pool liegen und essen, essen, essen noch mehr essen. So richtig genießen kann ich das eigentlich nicht, bin ich doch vorher quer durchs Land getingelt und habe gesehen, wie das Leben außerhalb der Touristenenklave aussieht.
Und dann wollte ich ja eigentlich noch den Wäsche-Service des Hotels nutzen, doch 2,50 EUR pro Wäschestück schrecken mich dann doch sehr ab. Somit war wieder Handwäsche angesagt und wenn jemand die Straße zum 5-Sterne Resort in Richtung pompöser Empfangshalle entlang kam, sah er als erstes meine nasse Wäsche im Wind flattern J

Nach diesem Aufenthalt habe ich endgültig genug von Varadero und es geht zurück nach Havanna, schließlich muss ich ja noch das Auto abgeben und einen Flug nach Caracas kriegen.

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Santa Clara

Eigentlich wollte ich ja nur bis Ciego de Avila fahren, doch auf dem Weg traf ich Marta, eine Studentin aus Santa Clara, die mir anbot, dort doch bei ihr im Wohnheim zu übernachten. Also brausten wir noch ein paar Kilometer weiter und schon landete ich in der Stadt Che Guevaras, wo ich ja eh am nächsten Tag hin wollte.
Dieser nächste Tag begann damit, dass mir Marta erklärte, dass es wohl aufgefallen war, dass ich im Wohnheim übernachtet habe und ich suchte mir für die kommende Nacht erstmal eine andere Unterkunft. Laut Reiseführer war das günstigste ein Hotel, das dazu auch noch direkt am zentralen Platz Santa Claras lag.

Die Stadt selbst wirkt auch viel städtischer als der Rest Kubas (ausgenommen Santiago und Havanna), so dass man sich einige Zeit nehmen kann um den Ort zu erkunden.
Als erstes besichtigte ich die Stätte der finalen Schlacht zwischen den Revolutionären und dem Batista Regime. Hier ließ Che mit einer Handvoll Rebellen und einem Bulldozer einen schwer gepanzerten Zug mit einer vielfachen Überzahl an Soldaten entgleisen und entschied die Schlacht für sich.
DSC00206Etwas weiter liegt eine Anhöhe von der man die gesamte Stadt überblicken kann. Dort traf ich einen Arbeiter einer Zigarrenfabrik, der mir Freikarten für die Besichtigung anbot, doch irgendwie hatte ich nicht schon wieder Lust auf Zigarren.
Also wieder runter vom Hügel und ab zur Plaza de la Revolucion, wo auch das Mausoleum des in Bolivien ermordeten Che Guevaras ist.
Mittlerweile brannte die Mittagshitze allerdings erbarmungslos senkrecht vom Himmel, so dass der Weg zur Qual wurde. Gottseidank machten es die gelockerten Gesetze und die Emsigkeit der Kubaner möglich, dass man sich an jeder Ecke mit frischem Eis (15 Cent), Säften (15 Cent) und Limonade (40 Cent) erfrischen kann. Und mein Feuerzeug kann ich auch gleich auffüllen lassen (wieder 15 Cent).

DSC00215Die Plaza de la Revolucion ist natürlich in gigantischen Ausmaßen gehalten und, damit es umso monumentaler wirkt, gibt es wenig Schatten spendende Bäume um eine freie Sicht zu gewährleisten.
Doch im Inneren des Museums und des Mausoleums erlebe ich eine kleine Überraschung. Es ist klein und sehr schlicht gehalten und wirkt wirklich passend. Das Museum enthält Originale und Repliken von Gegenständen die Che und seine Mitstreiter während der Zeit vor, während und nach der Revolution auf Kuba und während des Guerillakrieges in Bolivien bei sich trugen.
Das Mausoleum ist noch schlichter und Ches Gedenkplatte setzt sich nur wenig von denen seiner Mitstreiter ab, so dass ich ihn fast übersehen hätte. Dazu brennt eine kleine Flamme und dahinter befinden sich in einer Art künstlicher Höhle tropische Pflanzen. Es wird keine riesige Show inszeniert und auch der Eintritt ist frei. Sogar die Gepäckaufbewahrung (Rucksäcke, Handys und Kameras sind nicht erwünscht) ist gratis. Der Ort hat mir richtig gut gefallen. Leider gibt’s aus dem Inneren aus den oben genannten Gründen keine Fotos, nur von der pompösen Plaza de la Revolucion.

Auto mieten und fahren auf Kuba

Hier kommt endlich der versprochene Artikel übers Autofahren auf Kuba…
Grüße an mojo 🙂DSC00113

Nach 14 Tagen und über 3000 km Strecke mit dem Auto erlaube ich mir ein Urteil: Das Autofahren auf Kuba ist beschwerlich, aber es macht Spaß.

Als allererstes gilt: Auch wenn es Spontanität nimmt, lohnt es sich vorher zuhause einen Plan zu schmieden und zu buchen. Vor Ort wird es stressig und teuer. Vor Ort über das Internet zu buchen ist sinnlos, es geht nämlich nicht . Schade!

Beim dritten Büro (sie sind nicht miteinander vernetzt und telefonische Anfragen funktionieren anscheinend auch nicht) der staatlichen Autovermietung „Cubacar“ haben wir endlich ein halbwegs bezahlbares und vernünftiges Auto bekommen. Ein chinesischer Hersteller, ich hab noch nie etwas von der Marke gehört, aber es fährt!
Ab jetzt gilt: doppelt und dreifach aufpassen! Auto kontrollieren, Lichter kontrollieren und unbedingt mit Reserverad unterwegs sein (das auch vor Fahrtantritt unbedingt auf Schäden prüfen, hab ich leider versäumt)!

Die Versicherung schließt alles mit ein, bis auf die Räder, vielleicht gibt es auch eine Versicherung mit Rädern, aber das nutzt einem auch nichts mehr, wenn man mit zwei(!) platten Reifen und einem mit drei(!) Nägeln versehenen Reserverad mitten im Nirgendwo ohne Handyempfang fest sitzt, das ist uns nämlich passiert. Das gute ist: Es wird immer Hilfe angeboten, das schlechte daran: manchmal lauert auch Abzocke dahinter.

Generell gibt es auf Kuba 4 Kategorien von Straßen:

  1. Gute Straßen (sehr wenige)
  2. Mäßige Straßen (sehr viele)
  3. Schlechte Straßen (viele)
  4. Kaum befahrbare Straßen (wenige)

Insgesamt sind die Kubaner sehr disziplinierte Autofahrer, an roten Ampeln wird gehalten, auf Fahrradfahrer wird geachtet, rechts vor links und andere Vorfahrtsregelungen werden weitestgehend eingehalten. Wenn ein Blinker vorhanden ist, wird sogar geblinkt! Andere halten die Hand beim Abbiegen nach links aus dem Fenster.

Die Autopista:DSC00042

Autopista bedeutet im spanischen ja eigentlich Autobahn, mit einer europäischen Schnellstraße ist diese Art Straße aber nicht zu vergleichen. Auf der kubanischen Autopista befinden sich Menschen, Hunde, Fahrräder und Pferdegespanne (siehe Bild). Die Qualität hängt von der Gegend ab, sie schwankt aber eher zwischen den Kategorien mäßig bis schlecht, mit positiven Überraschungen!
Wo es positive Überraschungen gibt, da lauern aber natürlich auch negative: Das Wenden auf der Autobahn ist problemlos möglich und wird häufig praktiziert. Es gibt sogar eigens eingerichtete Wendestellen, damit die staatlichen Touristenbusse (die besten im Land) auch die Rasthöfe, die nur an einer Seite der Strecke liegen, problemlos anfahren können.
Doch auch in Kuba geht es voran: überall wird gebaut, so auch auf den Autopistas, es gibt also auch frisch geteerte Abschnitte. Allerdings kann es auch passieren, dass unangekündigt Verkehr entgegen kommt, da die gegenüberliegende Gegenrichtung gerade saniert wird (das merkt man dann schon, wenn auf einer sehr breiten Straße ohne Markierung plötzlich auf zwei Spuren Autos mit hoher Geschwindigkeit entgegen kommen),

Generell kann man zum Autofahren auf Kuba sagen: egal wo man fährt, es hat einen gewissen Abenteuercharakter und macht richtig Spaß! Allerdings sollte man stets achtsam fahren, denn manchmal muss man das Steuer verreißen, um dem 50 cm tiefen Schlagloch zu entgehen, und genauso könnte es der Vordermann oder der Gegenverkehr machen. Also nicht von der schönen Landschaft oder vom Beifahrer ablenken lassen. Und wer meint, nur weil er auf Kuba sei, die Sicherheitsgurte nicht benutzen zu müssen, weil das die Kubaner ja auch so handhaben, der ist meiner Meinung nach selber schuld.

Nachts sollte man gar nicht fahren, denn nicht jeder Fahrer verfügt über ein oder gar zwei intakte Rück- oder Bremslichter, Pferdekutschen und Radfahrer schon gar nicht!

Ein richtiges Ärgernis sind gefährliche Gegenstände auf der Fahrbahn. Vor allem Nägel von den Hufen der Pferde sind reinstes Gift für einen Autoreifen.

Tanken… Tanken ist so eine Sache auf Kuba, habe ich festgestellt. Im Internet habe ich gelesen, man solle tanken, wo man nur kann, denn sehr schnell gäbe es nichts mehr. Die freundliche Dame in der Autovermietung sagte, ich solle mir keine Sorgen machen, es wäre immer und überall genug Benzin vorhanden. Nun, die Wahrheit, zumindest das, was ich erlebt habe, liegt irgendwo in der Mitte. Man sollte es nicht bis auf den letzten Tropfen ausreizen und lieber 1-2 Tankstellen, bevor es nötig wird, tanken, denn es können auch mal zwei Tankstellen hintereinander geschlossen sein oder an der Tankstelle gibt es gerade nicht das nötige Benzin. Denn die Mietwagen brauchen Gasolina Especial, das hat um die 90 Oktan, das normale Benzin hat 80. Dann wird einem eine Mischung hergestellt, aus Especial und Dreck. Dabei kommt es dann aufs Verhandlungsgeschick an, um den Anteil vom guten Stoff möglichst zu erhöhen . Eine räumliche Verteilung der Benzinknappheit konnte ich übrigens nicht feststellen. Während es an der zentralen Autopista kaum noch Especial gab, waren im abgeschiedenen Baracoa die Zapfsäulen prall gefüllt.

Weiterhin will ich zur Navigation eine App empfehlen, nämlich OSMAnd(+), eine Offline Karten- und Navigationsapp, die auf dem Kartenmaterial von OpenStreetmaps basiert, das Kartenmaterial ist wirklich aktuell (alle 2 Wochen können Aktualisierungen heruntergeladen werden). Die freie Version ist kostenlos, aber wer mehrere hundert Euro für einen Mietwagen ausgibt, kann auch die Plus Version für 3,50 Euro kaufen. Das Kartenmaterial ist sehr gut, aber manche normale Straßen können sich als sehr schlechte Pisten entpuppen, also auch auf die Beschilderung achten!

Aber bitte lasst Euch von all dem nicht entmutigen, das Autofahren auf Kuba macht nämlich wirklich Spaß und bietet einem die Freiheit, auch mal spontan an den Strand zu fahren, wo der Viazul-Bus eben nicht hält. So bestimmt Ihr Eure Richtung und Euer Tempo, so sollte es im Urlaub doch auch sein oder?!
Außerdem gibt es so viele Menschen auf Kuba, die per Anhalter reisen, dass es eine klasse Möglichkeit ist, um Leute kennenzulernen. Teilweise stellen sich die Menschen mit Geldscheinen (Modena National) an die Straße um mitgenommen zu werden. Wer dann darauf verzichtet wird umso üppiger mit Herzlichkeit und, wie in meinem Fall, auch mit frischem Obst überhäuft.

Gute Fahrt!